Eben Gans, fett – jetzt ganz fit

Trotz Schnee raus und trainieren!

Trotz Schnee raus und trainieren!

Schluss jetzt – lang genug faul herum gelegen! Die letzten Zimtsterne sind verputzt, die Tage werden wieder länger, jetzt ist Zeit, die ersten Trainingsschritte im Jahr 2013 zu machen. Und weil die Weihnachtstage quasi eine Zwangspause mit zusätzlicher Mästung waren, sollte der Start ins Training zunächst einmal die Gramm und Kilos, die Pölsterchen und Ringe ins Visier nehmen.

Quäl’ dich, du Spanferkel!
Ein echter Kickstart und eine Abwechslung vom normalen Trainingsplan ist das aus Schulzeiten bekannte Zirkeltraining. Wenn jetzt keine Assoziationen samt Turnbeutel, Umkleidespindmief und kicherigen Mädchen / Jungs aufkommen …

Das Prinzip ist so simple wie effektiv: Ein Set an Übungen, die den ganzen Körper beanspruchen wird mehrfach durchlaufen – meist mit einem gewissen Zeitdruck. Wer in einem Fitnessstudio trainiert, kann eine etwas veränderte Variante dessen recht einfach absolvieren. Aber bitte beachten: Nicht zu den Haupttrainingszeiten ins Studio – die Übungen sollen ohne große Wartezeiten hintereinander gemacht werden.

Hau rein, Hein!
Mein Vorschlag für den Saisonstart: Zirkeltraining mit Kick! Der Plan sollte wie folgt aussehen:

Element I: 3 Übungen für die Beine, z. B. Beinpresse, Strecker, Beuger mit jeweils 1×15 Wiederholungen

Kick I: 3 Minuten Ergometer bei hoher Belastung, also im Entwicklungsbereich (EB) – bei mir HF >155

Element II: 3 Übungen für den Oberkörper, z. B. Brustpresse, Latissimus, Schultern mit jeweils 1×15 Wdh.

Kick II: 4 Minuten Crosstrainier im EB

Element III: 3 Übungen für Bauch+Rücken mit jeweils 1×15 Wdh.

Kick III: 5 Minuten Laufband im EB

Dieses Set sollte zügig absolviert werden und mit einer kurzen Pause (2-3 Minuten) ein bis zwei Mal komplett wiederholt. Die Gewichte für die Elemente-Übungen sollten so hoch sein, dass man die 15 Wiederholungen gut schafft und dabei im aeroben Bereich bleibt, also ruhig weiteratmen kann. Beim zweiten (und evtl. dritten) Durchgang darf das Gewicht reduziert werden – und muss es spätestens beim dritten wohl auch…

Wer lacht, hat noch Reserven!
Im Hintergrund steht die Idee die Kraft-Ausdauer zu trainieren, die drei kurzen Kicks setzen einen zusätzlichen Trainingsreiz und kurbeln die Verbrennung an. Zum Abschluss noch ordentlich alle Muskelgruppen dehnen. Und nicht zu Hause das glykämische Fenster mit Marzipan schließen – Sinn der Übungen soll ja sein, die Spuren der trägen Weihnachtszeit zu beseitigen.

Nach vier oder sechs Wochen mit zwei Trainingstagen ist dann schon ein guter Kurs eingeschlagen. Zusätzlich noch einen Tag Laufen, Radfahren oder – je nach geografischer Ausstattung des Wohnumfelds – ein Tag auf der Skipiste legen einen soliden Grundstein für die Alpenüberquerungen, Marathons oder das, was sonst noch in 2013 an Herausforderungen lockt.

McFit – einfach mehr zahlen

Klitschko angeschlagen Quelle: Bild.de, Foto: LAURA RAUCH

McFit-Klitschko angeeckt

Auch als ausgesprochener Fan des Elements Erde und dessen meteorologischen Auswüchsen bin ich immer wieder froh über ein im Warmen aufgestelltes Laufband oder Ergometer. Über die vielen großen und kleinen Hanteln, die McFit einem zum Spielen hingelegt hat, ganz zu schweigen. Und der Preis von 16,99 € pro Monat … HALT! Haben die nicht jetzt die Preise erhöht? Ja!

Vorweg: Auch 19,99 € sind noch vergleichsweise wenig dafür, dass ich 365 Mal im Jahr 24 Stunden/Tag  fast überall in Deutschland trainieren gehen kann. Eine USP (Unique Selling Proposition), die für Menschen wie mich, die zwischen Köln, München und sonstwo pendeln, schon einen gewissen Wert hat.

Wie kam es zu dieser Beitragserhöhung? 

Das große ABER kommt jetzt. Erst fragte McFit seine Mitglieder nach ihren Vorschlägen für Verbesserungen. Sehr nett, den Kunden so einzubinden. Die Klitschkos als Werbefigur wollten meine Meinung wissen …

Dann kommt ein netter Brief von McFit mit den ersten Ergebnissen der Befragung. Als regelmäßiger Besucher fallen mir da einige Dinge ein, die sicher die Mehrheit gutheißen würde (mehr Laufbänder, weniger Liegeräder, Trainer, die nicht nur mit ihren Kumpels quatschen). Doch die erste Neuerung war: Wir dürfen jetzt – statt für 50 Cent – umsonst, kostenlos und sogar gratis Duschen! Ach, und eben die Beitragserhöhung um 3 € – also 6x Duschen. Klar, wer zwei Mal die Woche oder öfter zum Training geht, kann jetzt jedes Mal die heimische Wasserrechnung entlasten – nur Duschen bei McFit, das tut so gut wie niemand.
Und dass jetzt in ausgewählten Studios sogenanntes “Erlebnistraining” (Powerplate, Spinning, Boxen – also das Übliche) angeboten wird, nutzt erstmal nur wenigen. Eine Erhöhung um 15% rechtfertigen Gratisdusche und in Aussicht gestellte Kurse noch nicht!

Konkludente Zustimmung am Drehkreuz

Der eigentlich dreiste Teil der Preiserhöhung ist aber die Art wie McFit diese einfädelt. Zwar bekommt jeder einen Brief, der Mitglieder informiert – samt der Möglichkeit Einspruch einzulegen. Am Eingang zum Fitnessstudio klebt aber am Drehkreuz ein kleiner gelber Aufkleber, der dem Sinn nach besagt: Wenn du jetzt ‘reingehst, stimmst du unseren geänderten AGB zu!
Und da McFit jeden, der seine Karte auf den Eingangsleser legt, in seinem System verzeichnet, ist ein späterer Widerspruch gegen die gestiegenen Preise witzlos. So etwas nennt man eine stillschweigende Willenserklärung oder – vollends juristisch – eine konkludente Zustimmung. Das ist zwar üblich (z.B. beim Besteigen des Bus’ stimme ich den Bedingungen der Verkehrsbetriebe zu), aber das blau-gelbe Unternehmen spekuliert darauf, dass die meisten Menschen schneller zum nächsten Training gehen als einen Brief an die Zentrale in 96132 Schlüsselfeld zu schreiben und so ihr Widerspruchsrecht verwirken.

BOSU-Bälle, aber keine Ordnung

Ja, auch ich bin in diese Falle getappt und kann mich nur halbherzig über die versprochenen “BOSU-Bälle”, 20kg-Hantelscheiben und den “ABCOASTER-Bauchtrainer” freuen. Immerhin waren die Preise seit meinem ersten Vertragsabschluss 2008 stabil…
Aber, McFit, erzähl mir nix über “deine Meinung zählt”! Am Ende bleibt mir das Gefühl, die Umfrage ist das Feigenblättchen hinter dem die Preiserhöhung versteckt wird. Ein Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt zudem, dass viele gute und kostenneutrale Vorschläge mit “nicht möglich” beschieden wurden, so die Bitte, für Ordnung im Studio notfalls mit Ermahnungen zu sorgen.

Schade.