Elementerde ist angekommen und hat gleich etwas verloren

Gestohlen, aber nicht vergessen

Gestohlen, aber nicht vergessen

Hallo, Servus, Moin und Tach … aus München.

Nach einer etwas längeren Umbauphase ist Elementerde in München angekommen. Ich wohne, arbeite, laufe und radle jetzt hier … und schreibe wieder meinen Blog! Alles ist neu: Neue Stelle, neue Kollegen, neue Wohnung, neue Stadt … aber halt! Aus München bin ich erst vor etwas mehr als drei Jahren weggezogen und so viel hat sich nicht verändert. Ich bin also froh, jetzt meinen Posts ein #münchen beisetzen zu können. Tschööö @köln! Und ich freu mich euch wieder mit Geschichten aus meinem natürlichem Habitat erzählen zu können; aus dem Element Erde, das sich eben jetzt in Bayern befindet.

Aber oh weh! So viel habe ich zwar jetzt an Berg, Fluss und Stadt dazugewonnen, aber gerade vergangenen Woche stand ich mit Schock geweitetem Mund im Keller und starrte auf den Platz, wo ein paar Tage zuvor noch mein geliebtes Scott Genius 20 stand. Böse, bitterböse Menschen … nein WiXXXer habe das Rad aus dem Keller, aus einem Verschlag geholt, dabei das Fahrradschloss geknackt ohne Dreck zu machen und NUR das Scott mitgenommen!

Nachfolgend stand eine Polizeistreife bei mir vor der Türe, um den Fall aufzunehmen. Als regelmäßiger Tatort-Zuschauer an das Procedere gewohnt, habe ich alle Fragen routiniert beantwortet, die Beamten mit Fakten zum Rad überschüttet. Als dann der Satz fiel “Dann ruf jetzt mal die Spusi an!” hoffte ich insgeheim, dass gleich auch noch Batic und Leitmayr zu Besuch kommen.

Die Dame von der Spurensicherung hat mir dann noch ein paar interessante Facts verraten:

1) In München gibt es eigentlich nur drei Modelle für Kellerabteile.
2) Das Metall unseres Modells ist extrem günstig für Diebe, weil kaum Fingerabdrücke zurückbleiben.
3) Besonders beruhigend: Wenn nur eins und gleich das beste Rad gestohlen wurde, kann man von gezielter Beobachtung ausgehen…

Die Aufklärungschancen bei Fahrraddiebstahl sind bekanntlich gering, oft gehen die Bikes sofort ins Ausland. Ich verabschiede mich also bei meinem treuen Freund Scotty, mit dem ich drei große Touren (eine mehrtägige Tour durchs Allgäu, den letzten AlpenX und die Tour d’Eifel) gemacht habe und noch einige 1000 Kilometer an Rhein, Isar, Königsforst, Tegernsee und im Bergischen Land zurück gelegt habe…  es war hart, aber wir sind immer angekommen! Danke.

– – –

Und weil ich nicht ohne (m)eine heiße Maschine sein kann, habe ich schon meine Fühler ausgestreckt und da ‘was Feines am Tegernsee entdeckt. Zeitlich kam der Raub meines Rades dann zumindest passend zum Herbstverkauf vieler Hersteller… und was ist ein besserer Motivator für die kalten Herbst- und Winterrunden mit dem Bike als ein neues?! :-)

 

 

Transeifel 2013 – mit dem Rad von Düren nach Trier

Naturpark Eifel: hier am Rursee mit Bike und Gepäck

Naturpark Eifel: hier am Rursee mit Bike und Gepäck

Was als Frühlingsauftakt geplant war, ist dann doch eher zu einer grimmen Winterrunde geworden: Meine Tour d’Eifel! In vier Etappen sollte die Eifel von Düren nach Trier mit dem Rad durchquert werden. Mir war klar, dass es wohl bei der derzeitigen Wetterlage keine kurze Hose im Gepäck brauchte. Aber, dass ich sogar akuten Schneefall und – was noch beschwerlicher war – 15cm fluffigen Schnee auf der Weg hatte, hatte ich mir nicht gewünscht. Doch der Reihe nach:

26.3. – Etappe I – Düren nach Monschau; 73 Kilometer (km), 1000 Höhenmeter (hm)

Als glühender Anhänger der selbsterfüllenden Prophezeiungen hatte ich schon in meinem Vorbericht geschrieben, dass ich als Ersatz analoge, oldschoolige, wasserfeste Karten aus Papier mitnehme. In strahlendem Sonnenschein geht es um 10:15 Uhr am Dürener Bahnhof los. Was fehlt, ist die geplante Route auf dem Display meines Dakota 20-GPS. Dabei hatte ich deren Existenz noch am Vorabend überprüft. Nicht lang gefackelt: Navi als aktuelle Lagebestimmung genutzt und den Weg mittels der schönen KOMPASS-Radwanderkarten gelesen. Wir hatten ja früher auch nix…!

Naturpark Eifel: auf den Spuren des Luchs

Naturpark Eifel: auf den Spuren des Luchs

Sehr entspannt rollt es auf meist bretthart gefrorenen Wegen an der kleinen Rur entlang. Nach einer Kehre stehe ich vor einem kleinen Infocenter, das mir den Beginn des Naturparks Eifel erklärt. Viele Tiere sollen meinen Weg kreuzen können – auch der Luchs, der sein Gesicht für das Symbol hergab, das meinen heutigen Weg markiert. Über Nideggen geht es – der Höhenmeter wegen – über Schmidt nach Heimbach an der großen Rurtalsperre, die ich am Südufer umfahre. Am Ende, wo sich der Obersee anschließt, wartet das kleine Dörfchen Einruhr. Von dort geht es dann in deutlich engeren Tälern mit Schneeflecken weiter bis am Ende eine 9%-Steigung nach Monschau führt. Mit Einfahrt in Monschau zeigte der Höhenmesser 1.000, was wohl ziemlich okay für einen ersten Tag ist. Ich freue mich auf eine warme Dusche und Essen.

In Monschau gibt's Fachwerk, Hotels und gutes Bier - aber kaum Menschen

In Monschau gibt’s Fachwerk, Hotels und gutes Bier – aber kaum Menschen

Mein Domizil soll das schmucke Hotel Garni Royal sein, mitten im Ort. Während bei meiner Ankunft gegen vier Uhr noch einige Menschen durch das malerische Dorf tingeln, sieht die Welt um 19 Uhr schon anders aus: Von den zahllosen Restaurants und Cafés haben nur noch eine Handvoll geöffnet, wenige zeigen Publikum und nur Hotel / Restaurant Horchem hat lokales Bier! Rein und genossen! Was hier, in der Bar Alt Montjoie, am Morgen in meinem Hotel und in den kommenden Tagen auffällt, sind die vielen angestellten Gastro-Frauen mit einem osteuropäisch rollenden “R”. Nach dieser recht langen Etappe sollte der nächste Tag eher entspannt werden – dachte ich.

27.3. – Etappe II – Monschau – Kronenburg; 57 km, 820 hm

Nach Monschau geht es heute hoch auf die derzeit sehr windigen Hochflächen der Eifel; immer entlang der belgischen Grenze. Der Start am Morgen ist gut, die Beine machen prima mit und der Kopf freut sich auf unentdeckte Pfade – immer noch ohne eine GPS-Route, aber mit einem annähernd gleichen Weg auf den Karten. Zunächst steige ich schnell nach Kalterherberg, wo der Name Programm ist: Es ist sehr kalt, Schnee liegt hier überall herum. Hinter dem Ort stürze ich mich in die Täler und muss schnell eines feststellen: Hier ist noch Winter!

Winter vorm Lenker

Winter vorm Lenker

Es liegt teilweise knöcheltief weicher, pulvriger und noch jungfräulicher Schnee. Gefreut hätte mich das in den Alpen mit einem Snowboard unterm Arm – stattdessen schiebe ich jetzt mein Rad, weil das weiße Zeug wie Sand rutscht und unglaublich an den Kräften zehrt. Über eine Stunde wandere ich, bis ich wieder eine geräumte Straße erreiche. Immer begleitet von dumpfen Grollen regelmäßiger Explosionen. Der Truppenübungsplatz Elsenborn auf belgischer Seite grüßt martialisch.

Die schöne Oleftalsperre umfahre ich wegen des Schnees und mache kurz Halt in Hellenthal. Auch hier rollt das “R” der Bäckerin. Nach einer recht langen 6%-Steigung nach Udenbreth geht es dann nach Kronenburg am (fast komplett zugefrorenen) Stausee. Das Gasthaus Anno 1826 hat heute Flammkuchen-Abend und schöne, kleine und vor allem warme Zimmer. Aber vor allem bevölkert der wohl lustigste Beerdigungskaffee, den ich erlebt habe, das gesamte Restaurant. Noch um 22 Uhr sitzen mehr als 20 Leute zusammen, trinken, lachen und gedenken sicher nicht nur dem oder der Toten.


28.3. – Etappe III – Kronenburg – Biersdorf am See; 70 km, 760 hm

Der Abend hatte es angekündigt, heute ist die Sonne nicht mehr mit von der Partie und es ist gefühlt noch kälter. Dafür werde ich heute auf die Reste meiner GPS-Route stoßen: Ab Waxweiler erscheint wieder der gewohnt markierte Pfad auf der Darstellung und ich bin gespannt, ob es dann rundgeht. Zunächst aber geht es durch das recht enge und sehr idyllische Wirftal und über einige Kuppen mit zahllosen Windrädern in Richtung Prüm. In dem kleinen Ort mit schöner rosa Kirche steht dann auch der erste DM-Markt – Zahnpasta ist leer und das für diese Saison noch recht jungfräuliche Sitzfleisch zeigt erste Schwächen; Wundcreme soll Linderung schaffen. Leider trübt nun das Wetter ein und der Wind frischt auf.


Ab Prüm geht es entlang einer stillgelegte Bahntrasse, die sich jetzt als ausgebauter Radweg durch die Täler schlängelt. Hier mache ich erst mal ein paar schnelle Kilometer bis Waxweiler, das mich mit hauchzarten Schneeflocken empfängt. Abgesehen von der vorweihnachtlichen Stimmung im Wald, findet mein Dakota endlich die Route wieder! Und so nimmt der Weg eine Kehre und verschwindet alsbald auf einer stillen Straße oberhalb der Prüm, die zu einem engen Forstweg wird und endlich in einen Trail mündet, der so auch am Gardasee sein könnte! Den Eindruck stört allenfalls der nun rege fallende Schnee.
In Mauel erwartet mich ein kleiner Schock: Die einzige Brücke seit etlichen Kilometern ist gesperrt wegen Bauarbeiten… mit Dreck besprenkelt und im Schneetreiben stehend haben die Arbeiter aber Mitleid und lassen mich durch Baugeräte und Rot-Weiß-Band steigen.

Eis - ein treuer Begleiter auf der Tour

Eis – ein treuer Begleiter auf der Tour

Nach einem launigem Abstieg und hinter einem Hügelausläufer weitet sich die Prüm zu einer kleinen Staustufe, dahinter liegt der Bitburger Stausee samt meinem Hotel Berghof. Ein großes Zimmer und eine große Dusche erwarten den müden und sehr schmutzigen Reiter. Leider läuft auch hier der Übernachtungsbetrieb in der Woche vor Ostern offenbar auf absoluter Sparflamme. Somit ist das Essen – und ich habe keine hohen Ansprüche, wenn ich den ganzen Tag nur Wasser und Körnerriegel esse – wirklich auf miesem Autobahnraststättenniveau und der Obstsalat aus der Dose zum Nachtisch gährt tatsächlich schon! Bäh! Zu allem Übel schneit es jetzt in dicken wattigen Flocken.

29.3. – Etappe IV – Biersdorf – Trier; 73 km, 490 hm

Oh Tannenbaum und Fröhliche … es hat schöne 10cm geschneit (s. Datum – WTF?!). Der Weg ist allerdings ab Biersdorf wieder asphaltiert und ich hinterlasse schnittige Spuren im Weiß. Entspannt schlängelt, steigt und fällt der Weg vorbei an Ortschaften mit belustigenden Namen wie Oberbillig, Igel oder Irrel. Irgendwann schmiegt sich die Strecke – vermutlich wieder einer alten Bahnstrecke folgend – an den Fluss Sauer. Er ist wesentlich breiter und von wunderlich grüner Farbe, zudem die natürliche Grenze zu Luxembourg. Man erlebt das ländliche Ambiente der Eifel am schönsten, wenn z.B. mitten im Dorf Gänse den Weg kreuzen.

Achtung: Name!

Achtung: Name!

Nach weiteren Kilometern macht die GPS-Route einen scharfen Knick in die Hügel. Der Entfernung nach sicher der kürzere Weg nach Trier, aber tatsächlich setzen mir die vorherigen drei Tage, die feuchte Kälte allmählich zu und ich entscheide mich für den flachen, aber längeren Weg an der Sauer entlang. Bei Ralingen dann treffe ich wieder auf meine Route und rolle in – ACHTUNG: NAME! – Wasserbilligerbrück ein, wo die Sauer ziemlich im rechten Winkel in die Mosel fließt. Von hier sind es noch 20km bis Trier, immer längs der Mosel, deren Tal immer breiter und öder wird, immer mehr Gegenwind aufbietet und es gefühlt immer kälter werden lässt. Das Elementerde meint es auf dem letzten Stück nicht sehr gut mit mir …

Aber dann wölbt sich die rotbraune Brücke über die Mosel und leitet den stolzen Transeifler und den übrigen Verkehr in die Innenstadt. Ja, Mann! 273 Kilometer und 3070 Höhenmeter liegen hinter mir. Sonnenschein und Schneefall. Schöne Trails und öder Radweg. Wenn ich mir da nicht ein fürstliches Essen verdient habe! Das Restaurant Zur Glocke bietet urige Brauhausatmo und urige Brauprodukte (passenderweise Kraft-Bräu genannt); Trier typischen “Viezpudding” und einen feinen Zwetschgenbrand, dessen Stammhaus ich zuvor auf dem Weg gesehen hatte.

 

 

Roundup:

Diese Transeifel war nicht nur eine schöne, kalte Tour zum Saisonauftakt, sondern auch in gewisser Weise ein Experiment. Schließlich hatte ich bislang mehrtägige Touren nur in Begleitung meiner Freunde gemacht. Was natürlich einen erheblichen Einfluss auf Motivation und Belustigung hat, aber eben auch auf Tempo, Stimmung und Orga. So war ich jetzt völlig auf mich gestellt, an harten Anstiegen und im kalt-nassen Start am Morgen. Was das angeht, ist für mich persönlich die Strecke und das Tagesziel Motivation genug – lustiger ist es mit vielen natürlich schon!

Every day is a winding road ...

Every day is a winding road …

Ich habe diesen Eifelcross auch ein Stück weit als Selbstfindung gemacht und bewusst die Herausforderung dieser Solo-Aktion auskosten wollen. Was mir etwa nach dem dritten Tag auffällt, ist ein verändertes Zeitempfinden. Einerseits scheint der erste Tag mindestens eine Woche her zu sein – ich kann beispielsweise nicht auf Anhieb sagen, welche Orte auf der Strecke lagen. Andererseits vergehen Stunden im Sattel, ohne es zu bemerken. Die Konzentration auf Atem, Beine, Weg und die neue Landschaft, lässt den Tag unbemerkt vergehen. Am Ende der Tour d’Eifel stellt sich dann bei mir eine tiefe innere Ruhe und Ausgeglichenheit ein – genau mein Ziel für diese Solo-Tour.

Rein körperlich lässt sich noch festhalten: Während die Beine nach knapp drei Monaten vermehrten Trainings (Ausdauer und Kraft) schon eine ordentliche Konstitution haben, fehlt mir noch das Sitzfleisch und der Hintern ist nach vier Tagen im Sattel froh über weiche Polstermöbel. Und nach Ostern starte ich – ganz ohne Rad – zum echten Tour d’Eiffel – in Paris und mit zwei „F“.

Die Tour d’Eifel

Biken mit GPS + Karte

Biken mit GPS + Karte

Oh la la! wird sich der frankophile aber nicht ganz so -phone Leser denken: “Der feine Herr macht sich in den Osterferien auf, um den Tour d’Eifell, den Eiffelturm zu besteigen. Mal was anderes, nicht immer nur Berge und Schnee. Stadt der Liebe, les éclairs, savoire vivre …”

Quatsch! Mein schmutziger Plan: 270 km mit dem Rad in 4 oder 5 Etappen von Düren nach Trier, von der Eifel über die Schneifel bis ins beginnende Hunsrück. Nur ich und das Scott Genius, nur ein Rucksack und etwa 3800 Höhenmeter – eine Transeifel, ein Eifelcross oder eben die Tour d’Eifel.

Zum Saisonstart hart ran

Der Frühling lässt auf sich warten, daher muss ein Zeichen gesetzt werden. Egal, wie das Wetter wird, zumindest ist das noch mein fester Wille, reite ich die Strecke ab. Start ist Dienstag früh in Düren, dann an der Rurtalsperre vorbei nach Monschau, wo schon mein erstes Nachtlager ist – nach 70km. Dann geht es weiter über Dahlem-Kronenburg, Biersdorf am See, wo ich jeweils übernachte. Die letzte Etappe halte ich mir noch offen: Entweder fahre ich in einem durch nach Trier (65km) oder unterbreche für Wein, Wurst und Gesang nach 30km im luxemburgischen Echternach. Alles in allem kein gemütlicher Saisonstart. Die letzten Jahre hatte es sich eingebürgert, dass drei Freunde und ich die ersten ausgedehnten Runden auf den Lago Trails hinlegten. Aber dieses Jahr fällt der Lago di Garda aus wegen is’ nich’, also geht es in die Eifel.

GPS und Karte – aus Erfahrung

Die Route stammt aus dem unfassbaren Fundus der gpsies.com, verläuft ursprünglich von Trier nach Düren, aber gleicht sich in der Routenführung in etwa den dort geposteten Einzeletappen in die “richtige” Richtung. Der Track ist eine Aufzeichnung, d.h. wir sehen die tatsächlich gefahrene Route des Autors “Loxi”. Folglich musste sie noch ein wenig geputzt werden, kleine Verfahrer, Abstecher in die Kneipe oder ins Hotel herausgelöscht werden. Wobei “Löschen” ein gutes Stichwort ist. Bei der Alpenüberquerung vergangenes Jahr haben wir die wundervolle Entdeckung gemacht, dass am ersten Tag die von dort an benötigten Kartenteile vom Dakota 20 GPS verschwunden waren…
Daraus gelernt habe ich, dass ich nun entsprechendes Kartenmaterial in wasserfester Ausgabe zusätzlich mitnehme. Kein Mensch möchte zwischen “Gondenbrett” und dem “Forsthaus Schneifel” ohne Orientierung sein – und bleiben.

Mein Schatz ... mein Scott GENIUS 20

Mein Schatz … mein Scott GENIUS 20

Die Kette gereinigt, die Bremsbeläge erneuert und lachhaften 250 Trainingskilometern in den Beinen werde ich mich also am Dienstag in ein weiteres Bikeabenteuer stürzen. Zum ersten Mal allein, zum ersten Mal in der Eifel. Über meine Bewegung am Boden lest ihr dann im Anschluss. Via Twitter wird euch @elementerde Updates zu Position und Konstitution geben.

Rock’n’Roll!

The Bike Book – Nomen est Omen

Cover des Bildbands “The Bike Book”

Draußen ist es kalt, nass und gefühlte 20 Stunden am Tag dunkel. Zeit also weniger das eigene Bike zu bewegen, sondern ihm gedanklich-visuell mal fremdzugehen …!
Attraktive Anreize dazu bietet der in diesem Sommer erschienene Bildband “The Bike Book”. Auf 220 Seiten gehen brillante Fotos richtig in die heißen Details: sexy Streben, sweete Winkel und hotte Modelle! Aber nicht vergessen, wir sprechen immer noch über BIKES.

Allein das Cover des Buches fasst sich samtig an und das abgebildete Moulton Speed (S. 176) weist die ästhetische Richtung des Werkes, die schon der Untertitel verrät: Lifestyle. Passion. Design. Sieben Kapitel bieten einen Überblick über die momentanen Design-Trends im Fahrradgeschäft, besser Cycling. Sehr Kurze Texte geben Hintergrundinfos zum jeweiligen Rad – in Englisch, Deutsch und Französisch. Zwei weitere Zeilen listen die technischen Fakten auf. Es ist – im besten Sinne – ein Bilderbuch für Bike-Liebhaber.

Das erste Kapitel Sport Bikes wird – etwas zu meinem Bedauern – von Rennrädern dominiert. Die gezeigten Rennmaschinen sind allerdings derart scharf, dass ich auch fast meine Vorliebe für die grobstolligen Kollegen vergessen kann. So halte ich doch bei jedem Durchschauen den Atem fast an, wenn ich das Scott Plasma Premium sehe. Ich stelle mir vor, mit diesem Geschoss im Hochsommer eine gerade Landstraße fast lautlos entlang zu jagen und Autofahrer durch meine bloße Geschwindigkeit zu irritieren.

Scott Plasma Premium

Kapitel 2 ist den Urban Bikes gewidmet und weicht ästhetisch von den Rennern insofern ab, dass hier eher sehr rare Produkte und (zumindest mir) unbekannte Bikeschmieden Eingang gefunden haben. Bestes Beispiel ist das Schindelhauer  Ludwig XIV (in der Kollage unter diesem Abschnitt, rechts, groß). Die Magdeburger bauen so elegante Räder mit einem Gates-Riemenantrieb. Schon mal so eines auf der Straße gesehen?! Oder das Icarus, dessen grazile Naben im Bild sind, dessen Stahlrahmen immer nach Kundenwunsch in den USA gefertigt wird, also das absolute Gegenteil von Massenware ist. Und nicht zuletzt Townsend, deren Detail verliebte Lackierung oben in der Kollage zu sehen ist, wo Gregory Townsend selbst schon auf der Homepage aufklärt: “You will not find stock frames or models in any of the bikes I build.”

Kapitel 2 Urban Bikes

Die nächsten beiden Abteilungen beinhalten Utility und e-Bikes, einer der derzeitigen (positiven) Trends weg vom Auto hin zum Cycling für alle Gelegenheiten. Wobei hier natürlich nicht die klassischen und bekannten Bäcker-Radl oder Senioren-Stromer vorgestellt werden. Alle sind außergewöhnlich und – auf ihre Art – sehenswert: Sei es durch neue, durchdachte Konzepte, um Kinder, Hunde, Taschen oder Bierkästen laden zu können oder durch ihr absolut futuristisches Design. Die Idee, e-Bikes nicht mehr als Räder mit Strom, sondern als neue Spezies zu verstehen, wird hier zudem deutlich. Besonders aber bei den brachialen, Gelände tauglichen Vertretern, die die Grenze zum Motorrad berühren, würde wohl keiner mehr sagen “Ich bin mit dem Rad gekommen!”

Auch die Kategorie Accessories kommt vor Weihnachten extrem gut an, da hier schöne, stylische Taschen, Helme und Klamotten vorgestellt werden, die primstens auf die Wunschliste 2012/13 passen. Eine Regenjacke, die aussieht wie ein Sakko, ist saupraktisch.

 

Kapitel 6 Special & Concept Bikes

Mein größtes Interesse hat jedoch das Kapitel für Special & Concept Bikes geweckt, genauer die Bikes aus alternativen Materialien. Viel Holz, verbaut als Rahmen, Anbauteile oder Felgen, das sieht zunächst einmal untypisch und ziemlich cool aus. In zweiter Linie kann dabei etwas für die Umwelt herumkommen, wenn dann Öko-Standards bei Produktion und Entsorgung eingehalten werden. Exemplarisch sei hier das Woodway von Arndt Menke genannt (und gezeigt), das nicht nur absolut clean aussieht, sondern auch aus nachwachsenden Rohstoff, nämlich Kiefer und Esche gebaut ist. Der Rahmen wiegt 2,3 Kilo! Noch mehr Räder werden derzeit aber aus Bambus gezimmert – wohl der NaWaRo-Trend (Nachwachsende Rohstoffe) der nahen Zukunft.

Kapitel 7 Creative Bike Storage

Damit dann auch der gesamte Style-Kosmos des Cyclings ausgeleuchtet ist, schließt dieser fabulöse Bildband mit dem Kapitel Creative Bike Storage. Und hier schlägt mein Do-it-yourself-Herz höher: So viele simple und doch schicke Ideen zum Nachbauen! Die herkömmlichen Wandhalterungen fürs Bike sind mir eigentlich alle zu hässlich, weshalb meine treuen Rädchen immer noch im Keller versammelt sind. Das könnte sich nun mit Tamasine Osher ändern. Die britische Designerin hat im Bike Book ihre Idee eines Fahrradhängeregals vorgestellt. Rad aufhängen, Ersatzteile, Handschuhe etc. reinlegen und Freunde sagen lassen: Das is’ ja ne geile Idee … !

Alles in allem könnte man nach der eingehenden Lektüre des Bike Books gut 30.000€ ausgeben, so viele “Haben will”-Dinge versammeln sich dort. Aber auch ohne die anschließende, große Shoppingtour lohnt es sich absolut diesen Bildband anzuschauen. Denn eines hat man danach auf jeden Fall wieder: Lust das eigene Bike zu bewegen. Vergiss Nebel, Wind und Regen und mache ausgiebige Bewegung am Boden!

Produktinformation:

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
  • Verlag: teNeues Verlag GmbH + Co KG; Auflage: 1. (3. August 2012)
  • Sprache: Englisch, Deutsch, Französisch
  • ISBN-10: 3832796053
  • ISBN-13: 978-3832796051
  • Preis: 49,95€

Danke an Henrik und Alex und André, die mir dieses Buch zum Geburtstag geschenkt haben! 

Goldener Herbst – schön zum Schauen

Das vergangene Wochenende in Zahlen: 20./21.10., 23-17° C, Sonnenuntergang ~18:33 Uhr, 81 km, 1200 hm. Oder kurz gesagt, was für ein wunderschönes Wochenende für zwei Trips mit dem Rad!

Samstag, 20. Okt.: Harte Arbeit im Bergischen Land rund um Lindlar.

Von den Ausgangswerten eine normale Etappe eines Alpencross’, der Mountainbikerundkurs um Lindlar. 65 km lang und 1300 hm schwer sollte das eine feine Tour durch das herbstlich rot-orange-braun gefärbte Bergische sein. Kurze Anreise mit dem Auto aus Köln nach Hohkeppel, ein Dörflein mit Kirche und praktischem Wanderparkplatz in seiner Mitte. Von dort geht es auf ab und an asphaltierten Wegen, zumeist aber über festen Schotter und – auch immer wieder – über richtig schöne Trails; teils quer über Weiden, am Waldrand oder mitten durch den Wald. Und schon nach ein paar Kilometern revidiere ich meinen vormaligen Eindruck der Gegend (“alles grün mit immer gleichen Hügeln”) und stelle fest: Die Tour könnte auch so im Allgäu sein! Teils kräftige Steigungen auf losem Geschotter, unbefestigte Trails mit ordentlichem Gefälle und immer wieder schöne Ausblicke auf die Landschaft. Ich bin vom Start weg begeistert – wieder einmal dank einer auf gpsies.com heruntergeladenen Tour für das GPS-Navi Dakota 20.

Tatsächlich kann man aber eine Alpencrossetappe auch nicht fahren, wenn man sich erst um 15 Uhr auf den Sattel setzt. Das wird mir nach etwa der Hälfte der Tour bewusst, als ich Schloss Gimborn – eine schöne, im Tal gelegene Burg – im Sonnenuntergang zu sehen bekomme. Dank Satelliten gestützter Routenführung muss ich nun kreativ werden – und die Route abkürzen. Das ist zwar über die Straße möglich, erspart mir aber an dem Punkt, an dem ich derzeit stehe (ca. KM 22 von 61), nur etwa 15 km und etwa 200 hm. Besser als nix, ich richte mich also auf dunkle Stunden ein, ohne Stirnlampe. Ein Fehler, den man als alpinerfahrener Radler auch nicht im Bergischen Land machen sollte.  Der Mond, heute irgendwie distanziert zu mir, hilft im Wald auch nicht so recht weiter. Also geht es mit aufgerissenen Augen weiter bis ich die ersten Lichter von Hohkeppel sehen kann und mein Auto mich wieder aufnimmt. Es steht nicht gern in fremden Dörfern im Dunkeln herum…

Am Ende zeigt das Dakota-Navi 52 gefahrene Kilometer, 1100 hm und … 19:12 Uhr an. Eine geile Tour war’s allemal, die ich gern noch einmal fahren werde, dann aber bei Licht. Mein Prädikat “wertvoll” hat sie: MTB Lindlar. Danke an “Spiridon1964″, der die Tour hochgeladen hat.

Sonntag, 21. Okt.: Laues Lüftchen am Rhein – und schon wieder Dunkel

Kurz noch zum Wochenendabschluss. Um meine Beine ein wenig zu regenerieren nach der doch sportlichen Tour am Samstag, drehe ich noch eine Runde am Rhein entlang: Von Kalk zur Mülheimer Brücke, Richtung Norden bis Höhe Stammheimer Schlosspark, dann zurück am Rhein bis hinter die – ich nenne es mal “Westhovener Heide”. Da, wo man nicht durchfahren darf, weil die Armeen der letzten 1000 Jahre ihre Munition, Waffen und Bierdosen hinterlassen haben (sollen) – Achtung, Lebensgefahr?!  Am dortigen Wendepunkt geht dann auch wieder die Sonne unter, was aber dieses Mal weniger tragisch als arkadisch pittoresk war. Den Rückweg nach Kalk finde ich auch mit Schweißerbrille im Nebel. Die kleine Collage unten entstand zu besagtem Zeitpunkt des Sonnenlichtverlassenwerdens. Ein gutes Wochenende mit genügend Bewegung am Boden!

Aus der frühen Periode des Künstlers …

Vor elementerde.de habe ich einige Artikel auf der Online-Publishing-Seite Suite101 veröffentlicht. Abgesehen von der wenig einträglichen Arbeit, ist dies Seite eine schöne Referenz für meine Arbeit, die ich euch hiermit vorstellen möchte.

Im Folgenden drei Artikel die auch zu meinem Blog passen:

Quelle: Covadonga Verlag

Das 2010 auf Deutsch erschienene Buch von Andrew Edwards und Max Leonard bietet einen kurzen Abriss der Geschichte der „Fixies”, also Starrgangrädern mit wunderbaren Bildern. Ich biete in diesem Artikel eine Rezension an, um euch den Mund wässerig zu machen: Für das Buch, Fixies und die Jahrzehnte lange Geschichte hinter dem nun doch fast zu hippen Bike.

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Logo der Cycolonia 2011Die Publikumsmesse Cycolonia (Köln)  zeigt jedes Jahr die neusten Entwicklungen rund ums Fahrrad: 2011 stand sie im Zeichen der Rückbesinnung auf das Wesentliche und die fortschreitende Elektrifizierung der Räder. Und auch 2012 war wieder viel Material am Start – aber vor allem E-Bikes.

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Dem Biken mit GPS-Geräten habe ich schon hier gehuldigt. In diesem Artikel erkläre ich noch ein paar Einzelheiten. An meiner Begeisterung für diese Art des Abenteuers hat sich aber seitdem nichts geändert. Funktionieren übrigens auch gut, um zu prüfen, ob der neue Tacho die richtige Reifengrößeneinstellung hat und somit die richtige Geschwindigkeit, letztlich die korrekte Entfernung anzeigt.

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Zu guter Letzt kommt noch eine Reportage, die im Juni des Jahres für die Radzeitschrift Aktiv Radfahren geschrieben habe. Ich hatte dafür eine sozial-integrative Werkstatt in Köln besucht. Deren Ziel ist es nicht nur, alte und kaputte Räder wieder auf die Straße zu bringen, sondern auch Drogenkranke von der Straße herunter wieder in ein geordnetes Leben. Und das mit großem Erfolg. Hier kannst du den Artikel als pdf laden: Reportage in der “Aktiv Radfahren” über die Radwerkstatt 180°.

Highend Freeriding

Derren Berrecloth im Film “Where the trail ends”. Quelle: redbull.com

Seit heute ist die neuste filmische Dokumentation dessen, was auf einem Mountainbike möglich ist, im Handel: Where the trail ends. Schaut euch diesen Trailer an! Und wenn ihr dann keinen Bock habt aufs Bike zu steigen und zumindest mal über ‘ne Wurzel zu springen, dann ist euch auch nicht mehr zu helfen.

Ich bin zumindest schon vom Trailer vollkommen … STOKED. Und dieses miese Ami-Trendwort benutze ich nur, wenn es nicht mehr anders geht. Alternativ könnte ich noch “hin und weg”, “fasziniert”, “mitgerissen” oder “baff” anbieten.

Ganz in der Tradition der “Cranked” Filme fahren Rider wie Darren Berrecloth, Cameron Zink, Kurtis Sorge, James Doerfling und Andreu Lacondeguy an den extremsten Spots der Welt – zum Beispiel in der Gobi-Wüste, den argentinischen Andenausläufern, Nepals verborgener Mustang-Region und natürlich all over the USA. Highend Freeriding zur Motivationssteigerung im Herbst und krasse Bewegung am Boden – und ja, auch viel in der Luft.