Tatort Ottoplatz

Schilderirrsinn am Ottoplatz

Schilderirrsinn am Ottoplatz

Wenn jemand das Wort “Tatort” gebraucht, denken die meisten wohl zuerst an den Sonntag Abend auf der Couch. In zweiter Linie an die krude Wirklichkeit in dieser Stadt vor dem Wohnzimmerfenster. Aber beide Assoziationen verbindet, dass es sich mehr oder weniger um blutige, tödliche oder lebensgefährliche Geschehnisse dreht. Und das genau zeichnet den Köln-Deutzer Ottoplatz aus, eine seit Wochen vor dem dortigen Bahnhof gelegene Baustelle.
Klar, wenn der ehemals trostlos-hässliche Platz umgestaltet wird, ist mit einigen Unannehmlichkeiten für den Verkehr zu rechnen. Aber was die zuständige Baufirma Schnorpfeil bei der Verkehrsführung durch diesen öffentlichen Raum geleistet hat, ist Lobbyarbeit für den motorisierten Verkehr zum einen. Die Kehrseite ist im rechtlichen Sinne bislang wohl “versuchte Körperverletzung”. Während vier (4!) Spuren einen reibungslosen Autoverkehr sichern, werden Geh- und Radwege gesperrt, zugestellt und an den Rand gedrängt.

Irrgarten in rot-weiß

Verkehrsführung vom  Stadthaus kommend auf der Bahnhofsseite

Verkehrsführung vom Stadthaus kommend auf der Bahnhofsseite

Egal von welcher Seite man als Radler oder Fußgänger den Platz ansteuert, überall enden Wege vor rotweißen Balken oder Gittern, werden größere Umwege in Kauf genommen und vor allem die erhebliche Unfallgefahr zwischen allen Verkehrsteilnehmern. Ich passiere diesen Brennpunkt täglich zwei Mal – zum Glück erst abends, aber selbst da kommt es an verschiedenen Stellen zu Nadelöhren: buchstäblich, denn auf einer Seite verengt sich der Geh- und Radweg auf nicht mal einen Meter!
Ein Zustand, der offenbar viele ärgert, wie eine von mir angestoßene Diskussion auf Facebook zeigt. Zuletzt gab ein Post dort den Anstoß, dass ich mich mit der Stadt Köln in Verbindung setze. Eine Mail an den Bürgerservice, gefolgt von weiteren an den Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) und Bürgermeisterin Angela Spizig (Grüne). Darin schildere ich ihnen die gefährliche Situation am Ottoplatz und meine Bitte, möglichst schnell eine bessere Verkehrsführung für den nicht-motorisierten Verkehr zu bewerkstelligen.

“Aus eigener Wahrnehmung bekannt”

Verkehrsführung vom Stadthaus kommend auf der Gegenseite

Verkehrsführung vom Stadthaus kommend auf der Gegenseite

Tatsächlich haben sowohl die Bezirksvertretung Innenstadt (für Hupke) als der Referent der BMin Spizig bereits zumindest per Mail geantwortet:

“Ihre Anregungen sind auch bereits im zuständigen Amt angekommen und man hat mir versprochen sich die Situation vor Ort erneut anzusehen und die Baufirmen zu bitten Rücksicht zu nehmen. Ich hoffe die Probleme lassen sich zur allgemeinen Zufriedenheit regeln.”
Christoph Goormann, Büro der Bürgermeisterin Angela Spizig.

“vielen Dank für Ihre Situationsbeschreibung zum Ottoplatz, die ich aus eigener Wahrnehmung bestätigen kann. Ich habe Ihren Hinweis an den Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik weitergeleitet und ihn gebeten darzulegen, wie sich aus seiner Sicht kurzfristig die Situation für Fußgänger und Radfahrer am Ottoplatz verbessern lässt.”
Dr. Regina Börschel, Bezirksvertretung Köln-Innenstadt, stellv. Bezirksbürgermeisterin.

Reaktionen der Passanten

Reaktionen der Passanten

Allein in der Zeit des Fotografierens zeigten sich die Probleme der Fußgänger und Radler: Verwirrung, Verstöße gegen die Verkehrsregeln und – leider nicht auf den Bildern – die Verdrossenheit, den Ottoplatz fast umrunden zu müssen, um zum Deutzer Bahnhof zu kommen. Wir sind also gespannt, was dort unternommen wird, BEVOR der Brennpunkt zum wirklichen Tatort wird; es zu blutigen, wenn nicht tödlichen Unfällen kommt.

Neues dazu hier auf elementerde.de

Kölner Winter: Zu hart für Cube Bike?!

Die warmen Sonnenstrahlen strahlen, die Menschen draußen strahlen und die aus dem Winterschlaf geholten Bikes strahlen auch. Nur ein trauriger Biker putzt lustlos an seinem vom Winter schmodderig gewordenen Cube Touring CC. Der Grund: Das Lenkkopflager knirscht als hätte es Arthrose im Endstadium.

War der Kölner Winter zu hart für das gerade einmal 9 Monate alte Cube Trekkingrad? Das Rad hat zwar draußen gestanden, in Schnee, Frost und Regen, aber es ist mein Transportmittel der Wahl an beinahe jedem verdammten Tag, bzw. jeder Nacht, auf dem Weg zwischen Arbeit und Schlaf. Recht gewissenhaft gepflegt mit Kettenöl und Lappen, funktioniert alles wie es soll – bis auf das Lenklager.

Ein Anruf beim Radhaus K, wo ich das Rad gekauft habe, überrascht:

Ich so: Mein Lenklager ist verrostet. 

Er so: Bei nem Cube?

Ich so: Ja?! 

Er so: Ja, das kennen wir… 

Offensichtlich gibt es bei den Lagern öfter das Problem, weil zu wenig Fett darin ist. Ich wittere hier zwar keinen Skandal, aber frage mich dennoch, ob es meine Einstellung gegenüber den deutschen Großmarken bestärkt?! Ich habe verschiedene Marken (Scott, Centurion, Simplon, Cannondale)  im Stall, fahre alle Bikes auch bei den fiesesten Bedingungen und bin kein penibler Putzteufel. ABER bei keinem ist je ein Lager trockengelaufen…

Ein klares Dislike für dieses Tech-Problem! Auch von Seiten der Radhändler, denn die haben den Garantiefall, Arbeit mit dem Austausch der schrottreifen Lager und verdienen nichts – bestenfalls etwas für die Kaffeekasse.

Alte Regel: Nach fest kommt wieder lose

Alte Faustregeln haben sogenannte Vorher-Nachher-Eigenschaften: Vorher kennt man die abgegriffenen Floskeln alle schon, kennt 1oo Beispiele, wo sie nicht zutreffen, und sie nerven, weil man eigentlich immer die Onkels und Opas dieser Welt hinter sich stehen sieht bei dem Versuch, eine kleine goldene Schraube festzuziehen. Nachher hat man sich mehr als einmal – auch physisch – vor die Stirn geschlagen, dankt den Ahnen für ihre Weisheit und schämt sich innerlich, wieder einmal entgegen der klugen Ratschläge (und expliziten Drehmomentangaben von 2 Nm) sich mit zu viel Kraft an die arme kleine Schraube gemacht zu haben. Das Resultat ist ein abgerissenes Gewinde an einer der wichtigsten Stellen des Mountainbikes. Das wunderbar gülden schimmernde, aber jetzt nutzlose Aluteil auf meinem Tisch verbindet die Dämpferwippe am Scott mit den Ausfallenden. Vorbei mit der wahnsinnigen Steifigkeit des Hinterbaus.

Eine Schraube und ihre wichtige Position am Rad

 

Der gelernte Konsum-Reflex “gleich nachbestellen!” verhallte schnell bei der Aussicht, dass nur ein Scott-Komplett-Paket für rund 70 € auch die fehlende Schraube mit sich bringen würde. Auch die Suche in den Werkstatt eigenen Beständen bei Cyclewerx (Danke, Andy!) brachte zwar den langen Teil des Ensembles (linkes Bild, linkes Teil) hervor, aber nicht das verdammte Ersatzteil (linkes Bild, Teil rechts) zum Kontern. Wer hätte im Übrigen gedacht, dass auch das schon 10 € kostet?! Die Wochenendtour schien also an ein paar Millimetern Alu zu scheitern.

Aber die Kunst der Meditation hat die Öffnung des Geistes zum Ziel. Und so saß ich und sann … im Keller vor meinem Werkzeugkästchen. Warum nicht auf den schicken “Torx-Airplane-Look” verzichten und auf handfeste Handwerkeroptik mit Kreuzschraube setzen – zumindest ersatzweise?! Do-it-yourself im reinsten Sinne?! Nun kontert tatsächlich eine übriggebliebene IKEA-Schraube mit einer noch übriggebliebeneren Unterlegscheibe das Konstrukt. Erfolgreich: Rund 100 km wilden Wippens haben wir als Team nun schon hinter uns. Ein Tropfen Schraubenkleber gibt mir die Sicherheit, dass die billig-kostbare Ersatzschraube mich nicht vorzeitig verlässt. DAS ist Custom-Look!

Hardreset für Dakota 20

Ein kleiner Beitrag noch zum GPS-Navi Garmin Dakota 20:

Nach zwei Wochen Radtour durch Frankreich ohne jeden Fehler hatte das GPS das Aufspielen der entsprechenden Tracks für den Alpencross nicht verkraftet. Die Probleme begannen mit der Fehlermeldung “Speicher voll”, was aber aufgrund einer blitzblanken Speicherkarte nicht sein konnte. Mit dem Übertreten der deutsch-österreichischen Grenze zeigte das Gerät auch keine Karte mehr an, sondern nur noch die aktuelle Position in Relation zum Track – alles andere fehlte. Eine Katastrophe, wenn man bedenkt, dass noch fünf Tage Tour vor uns lagen und wir eben nicht bei jeder Wegbiegung die Karten zücken wollten bzw. zum Teil keine Karten hatten (dumm!). Auch ein Software-Reset via Laptop beim freundlichen Wirt des Waldhofs in Stanzach brachte keinen Erfolg mehr – den Rest der Alpenüberquerung wickelten wir also analog ab.

Die Lösung brachte dann ein Anruf bei Garmin nach Abschluss der Tour. Zu einem Hardreset bei diesem Gerät gelangt man, indem man während des Startvorgangs den Finger in die linke, obere Ecke des Displays drückt. Das Navi startet dann im Werkszustand – alle Probleme waren gelöscht und gelöst!