Lady Schauff in Behandlung

Lady Schauff Artikelbild Rahmen

Lady Schauff hat sich schon mal frei gemacht.

Schauff - ein Name mit (Rennrad-) Tradition

Schauff – ein Name mit (Rennrad-) Tradition

Vor einigen Wochen kündigte ich es bereits an: Die alte Lady Schauff, ein etwas in die Jahre gekommenes Rennrad von 1972, soll wieder zu alter Schönheit gelangen. Grundsätzlich ist noch alles dran und gut an ihr, aber es ist der Schmutz der Jahre, der ihr zugesetzt hat. Aber nicht mehr lange, denn ich habe begonnen das Rad auseinander zu zupfen, Unbrauchbares wie Mäntel, Schläuche, Bremsgummis etc. zu entfernen und mich mit Sprühöl, Chrompolitur und neuen Teilen bewaffnet.

Ein ungeliebtes Geschenk?

Schon beim Fund des Rades in einem Stoß teils einfach schrottreifer “Drahtesel”, stellte ich mir die Frage, wer mag Lady Schauff in den vergangenen 41 Jahren besessen haben? Es ist nicht nur der Gedanke daran, welche Hintern schon auf diesem Sattel gesessen haben, sondern auch welche Geschichten dieses Vintagebike schon erlebt haben könnte?!
Bei der Demontage der einzelnen Teile aber drängt sich mir der Verdacht auf: Nur ein erlesener Kreis mag die alte Lady ausgeführt haben. Die Gebrauchsspuren halten sich für ein so altes Rad (der Blogger ist jünger) in engen Grenzen und der angesammelte Schmutz ist nicht schlimmer als bei meinem aktuellen Stadtrad nach 3 Monaten Wintereinsatz. Das kann nur bedeuten, das Schauff-Rad ist gleichsam Scheckheft gepflegt oder über die Jahre ein ungeliebtes – und kaum genutztes – Geschenk gewesen. Gab es ein Rennrad zur Kommunion des kleinen, dicken Peters? Hat Manfred von seiner Frau wohlmeinend ein Sportgerät zum 40. Geburtstag bekommen? Hat Gabi sich nie an die sportliche Haltung auf einem Rennrad gewöhnen können? Auf jeden Fall ist mein Beitrag, dieses Sondermodell zu restaurieren recht gering.

Verschleißteile - sonst nichts neu

Verschleißteile – sonst nichts neu

Verschleißteile und Putzen

Sowohl die Kosten für die neuen Parts, als auch der Aufwand halten sich in Grenzen. Mit Glück konnte ich bei einem Fahrradladen in meiner Straße, der vor der Schließung Ausverkauf machte, noch goldene Zughülsen und Weißwand-Rennradmäntel ergattern – für den original 70ies Look! Jetzt werde ich also in den kommenden Tagen (vielleicht Wochen) nach und nach alle Teile auswechseln, Verbleibendes putzen und polieren und am Ende ein absolut authentisches Retrobike haben. Die ersten Versuche mit Chrompolitur an den blind gewordenen Bremshebeln sind äußerst vielversprechend!
Autopolitur mit Nano-Partikeln (ACHTUNG: Gesundheit?!) wird auch den weinroten Lack wieder zum Strahlen bringen. Nur das verfluchte, bunte Klebeband um den Lenker wird mich Nerven kosten, weil es sich im Laufe der Zeit wohl chemisch-reaktiv mit dem Lenker verbunden hat.

Vorher-nachher: Politur macht Bremse blank

Vorher-nachher: Politur macht Bremse blank

Wie es weitergeht für Lady Schauff, ob ich die völlig verharzte “Huret”-Schaltung retten kann und wie die Partnerin auf das Rad im Wohnzimmer reagiert, erfahrt ihr bald hier!

Und nicht vergessen: Freitag, 22.2., um 17:30 Uhr trifft sich wieder die Critical Mass Köln zur Rundfahrt am Rudolfplatz (Hahnentor).