Goldener Herbst – schön zum Schauen

Das vergangene Wochenende in Zahlen: 20./21.10., 23-17° C, Sonnenuntergang ~18:33 Uhr, 81 km, 1200 hm. Oder kurz gesagt, was für ein wunderschönes Wochenende für zwei Trips mit dem Rad!

Samstag, 20. Okt.: Harte Arbeit im Bergischen Land rund um Lindlar.

Von den Ausgangswerten eine normale Etappe eines Alpencross’, der Mountainbikerundkurs um Lindlar. 65 km lang und 1300 hm schwer sollte das eine feine Tour durch das herbstlich rot-orange-braun gefärbte Bergische sein. Kurze Anreise mit dem Auto aus Köln nach Hohkeppel, ein Dörflein mit Kirche und praktischem Wanderparkplatz in seiner Mitte. Von dort geht es auf ab und an asphaltierten Wegen, zumeist aber über festen Schotter und – auch immer wieder – über richtig schöne Trails; teils quer über Weiden, am Waldrand oder mitten durch den Wald. Und schon nach ein paar Kilometern revidiere ich meinen vormaligen Eindruck der Gegend (“alles grün mit immer gleichen Hügeln”) und stelle fest: Die Tour könnte auch so im Allgäu sein! Teils kräftige Steigungen auf losem Geschotter, unbefestigte Trails mit ordentlichem Gefälle und immer wieder schöne Ausblicke auf die Landschaft. Ich bin vom Start weg begeistert – wieder einmal dank einer auf gpsies.com heruntergeladenen Tour für das GPS-Navi Dakota 20.

Tatsächlich kann man aber eine Alpencrossetappe auch nicht fahren, wenn man sich erst um 15 Uhr auf den Sattel setzt. Das wird mir nach etwa der Hälfte der Tour bewusst, als ich Schloss Gimborn – eine schöne, im Tal gelegene Burg – im Sonnenuntergang zu sehen bekomme. Dank Satelliten gestützter Routenführung muss ich nun kreativ werden – und die Route abkürzen. Das ist zwar über die Straße möglich, erspart mir aber an dem Punkt, an dem ich derzeit stehe (ca. KM 22 von 61), nur etwa 15 km und etwa 200 hm. Besser als nix, ich richte mich also auf dunkle Stunden ein, ohne Stirnlampe. Ein Fehler, den man als alpinerfahrener Radler auch nicht im Bergischen Land machen sollte.  Der Mond, heute irgendwie distanziert zu mir, hilft im Wald auch nicht so recht weiter. Also geht es mit aufgerissenen Augen weiter bis ich die ersten Lichter von Hohkeppel sehen kann und mein Auto mich wieder aufnimmt. Es steht nicht gern in fremden Dörfern im Dunkeln herum…

Am Ende zeigt das Dakota-Navi 52 gefahrene Kilometer, 1100 hm und … 19:12 Uhr an. Eine geile Tour war’s allemal, die ich gern noch einmal fahren werde, dann aber bei Licht. Mein Prädikat “wertvoll” hat sie: MTB Lindlar. Danke an “Spiridon1964″, der die Tour hochgeladen hat.

Sonntag, 21. Okt.: Laues Lüftchen am Rhein – und schon wieder Dunkel

Kurz noch zum Wochenendabschluss. Um meine Beine ein wenig zu regenerieren nach der doch sportlichen Tour am Samstag, drehe ich noch eine Runde am Rhein entlang: Von Kalk zur Mülheimer Brücke, Richtung Norden bis Höhe Stammheimer Schlosspark, dann zurück am Rhein bis hinter die – ich nenne es mal “Westhovener Heide”. Da, wo man nicht durchfahren darf, weil die Armeen der letzten 1000 Jahre ihre Munition, Waffen und Bierdosen hinterlassen haben (sollen) – Achtung, Lebensgefahr?!  Am dortigen Wendepunkt geht dann auch wieder die Sonne unter, was aber dieses Mal weniger tragisch als arkadisch pittoresk war. Den Rückweg nach Kalk finde ich auch mit Schweißerbrille im Nebel. Die kleine Collage unten entstand zu besagtem Zeitpunkt des Sonnenlichtverlassenwerdens. Ein gutes Wochenende mit genügend Bewegung am Boden!