Es bewegt sich … wieder!

Nach langer Abwesenheit bewegt sich hier wieder was. Starten wir mit neuer Kraft in das Jahr 2015. Auf Füßen, auf einem Brett, auf zwei Reifen. Bis zur ersten MTB-Tour ist es noch ein wenig hin. Die letzte Snowboardsession war vor kurzem. Also ‘raus vor die Tür zum Training: Bewegung am Boden.

Winterlandschaft bei Kißlegg

Winter im Allgäu – und kein Mensch zu sehen.

 

 

Barfußschuhe – Laufen ist nicht schnelles Gehen

Vier verschiedene Laufschuhe von verschiedenen Herstellern

Von Links: Nike Free (2004), Adidas Trail-Schuh (ca. 2007), Asics Landreth 7 (2012), New Balance Minimus Trail (2013)

Im Laufe eines Läuferlebens kommen so einige Schuhe an die Füße, je nach Jahr (90ies Reebok PUMP vs. 70er Adidas Samba), nach Einsatzgebiet (Tartanbahn vs. Waldlauf) oder Markenbewusstsein (Nike vs. Saucony). Sportschuhe haben viel mit Ideologie und Mode zu tun; Nike setzte lange nur auf Luftpolster in der Sohle, Asics auf Gel – was besser war und ist, muss jeder selbst entscheiden. Und wo vor 10 Jahren die Dämpfungselemente nicht fett und bunt genug sein konnten, hat sich in den letzten Jahren ein Umdenken durchgesetzt. Nike drückte 2004 den ersten “Free” auf den Markt; ohne Luftblasensohle und komplizierte Nähte. Das Stichwort war “Barfußlauf” – oder natural running.

Der Nike-Free-Urahn von 2004 in rot und weiß

Der Nike-Free-Urahn von 2004 in rot und weiß

Nike Free und eine Ahnung

Tatsächlich hatte ich schon eines der ersten Free-Modelle – parallel zu meinen Stabilschuhen von Asics. Ich hatte die Nike zum Rumlatschen; nicht zum Training. Aber irgendwie schwante mir, dass die schweren Schuhe mit starker Sprengung (Höhenunterschied zwischen Zehen und Ferse)  nicht den natürlichsten Laufstil förderten. Gezwungenermaßen rollte ich damals – und auch noch vor drei Jahren -recht stark über die Ferse ab: Hackenlauf! Häufiger Muskelkater im Schienbein begleitete meine Trainingseinheiten.

Zwei Laufschuhe liegen Sohle an Sohle um deren Dicke vergleichen zu können

Vergleich von Laufschuhen und ihren Sohlen

Im Winter 2005 dann begann ich meine ersten Strecken auf dem Laufband zu machen – an den Füßen die zweite Generation Nike Free 5.0. Auf dem Band hatte ich einen viel leichteren Laufstil, keine Probleme mit dem Schienbein und keine Klötze an den Hacken.
Zeitsprung ins Jahr 2013 – wir überspringen sehr schmerzhafte Probleme mit der Ferse, ausgelöst durch verkürzte Wadenmuskulatur, was vermutlich zurückgeht auf die ständige, leicht nach vorne gekippte Haltung in den gesprengten Laufschuhen, besonders in den wasserdichten Adidas (s. Fotovergleich).

Abkehr von den Stoßdämpfern – das macht der Fuß selbst

Für diese Laufsaison 2013 hat die Sportindustrie einen ganzen Schwung Schuhe herausgebracht, die noch viel radikaler “barfuß” sind, als die Free, die mittlerweile genauso getragen werden von 45-jährigen Sportmuffelmuttis mit rosa Haarsträhne wie scheinbar sämtlichen Ghettokids. Barfußschuhe mit nur wenigen Millimeter dünnen Sohlen, einer Sprengung von null bis vier oder fünf Millimetern. Vor allem in schicken Farben und zu erschwinglichen Preisen. Zeit für mich den Schritt zu machen!

Der New Balance Minimus in der Trail Version

Der New Balance Minimus in der Trail Version

New Balance Minimus Trail 10 BY heißt er, sieht in seinem leuchtenden blau-gelb ganz schick aus und läuft sich wie dicke Socken. Ich habe bewusst für dieses Resümee einige Zeit verstreichen lassen, aber selbst nach vielen Läufen ist meine Begeisterung nicht versiegt. Ich trage den Minimus für Läufe im Wald, Park und im Gelände (am liebsten auf Isartrails) – für die Asphalt- und Betonwege dorthin fahre ich Fahrrad. Eine Stunde Laufen ist wegen des unebenen Bodens so anstrengend wie 1,5h auf der Straße und die Waden müssen sich ganz anders anstrengen, um das Gewicht, den Stoß abzufangen. Aber: Auf einmal macht das Springen auf Hindernisse Spaß, jeder Schritt ist bewusst gesetzt (dicke Steine tun halt weh, wenn man darauf tritt); kurz: Barfußschuhe bringen den Läufer zurück zur Natur. Seiner eigenen, natürlichen Bewegung, denn der Fuß setzt  mehr oder weniger unbewusst mittig oder vorne auf. Und zur kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem Weg mit seinen natürlichen Unebenheiten, Steinen oder Wurzeln.

Was mich begeistert: 
- leichtes Laufgefühl, kaum Gewicht an den Füßen
- verbessertes “Boden-Gefühl”, sicherere Landung (auch beim Springen)
- unbewusste Verbesserung des Laufstils
- erhöhtes Tempo durch verbesserten Stil und die Motivation durch abwechslungsreiche Strecke

natural running-Buch von Dr. Marquardt zwischen Laufschuhen

natural running-Buch von Dr. Marquardt

Laufen ist nicht schnelles Gehen

Um dem ganzen Hochgefühl einen theoretischen Background zu geben, lese ich in den Laufpausen “natural running” von Dr. Matthias Marquardt, dem Verfasser der “Laufbibel”. Sehr zu empfehlen, mit praktischen Trainingstipps, Plänen, Übungen und dem physiologischen Wissen, warum “Laufen kein schnelles Gehen” ist. Allerdings warnt Marquardt auch davor, bei Problemen mit Knien, Gelenken etc. Barfußschuhe uneingeschränkt zu nutzen. Zum einen muss der neue Laufstil (v.a. von Fersenläufern) über Monate in zunächst kleinen Etappen erlernt werden. Zum anderen können sich vorhandene Fehlstellungen (Knickfuß etc.) auch verschlimmern. Genauso ist es: Zum Ende eines Laufes lässt die Konzentration bzw. Kraft nach und ich tendiere wieder dazu auf der Ferse zu landen. Deshalb laufe ich derzeit höchstens eine Stunde mit den Minimus – für die langen Läufe kommen immer noch meine Asics Landreth 7 zum Einsatz; schön gedämpft!

Eben Gans, fett – jetzt ganz fit

Trotz Schnee raus und trainieren!

Trotz Schnee raus und trainieren!

Schluss jetzt – lang genug faul herum gelegen! Die letzten Zimtsterne sind verputzt, die Tage werden wieder länger, jetzt ist Zeit, die ersten Trainingsschritte im Jahr 2013 zu machen. Und weil die Weihnachtstage quasi eine Zwangspause mit zusätzlicher Mästung waren, sollte der Start ins Training zunächst einmal die Gramm und Kilos, die Pölsterchen und Ringe ins Visier nehmen.

Quäl’ dich, du Spanferkel!
Ein echter Kickstart und eine Abwechslung vom normalen Trainingsplan ist das aus Schulzeiten bekannte Zirkeltraining. Wenn jetzt keine Assoziationen samt Turnbeutel, Umkleidespindmief und kicherigen Mädchen / Jungs aufkommen …

Das Prinzip ist so simple wie effektiv: Ein Set an Übungen, die den ganzen Körper beanspruchen wird mehrfach durchlaufen – meist mit einem gewissen Zeitdruck. Wer in einem Fitnessstudio trainiert, kann eine etwas veränderte Variante dessen recht einfach absolvieren. Aber bitte beachten: Nicht zu den Haupttrainingszeiten ins Studio – die Übungen sollen ohne große Wartezeiten hintereinander gemacht werden.

Hau rein, Hein!
Mein Vorschlag für den Saisonstart: Zirkeltraining mit Kick! Der Plan sollte wie folgt aussehen:

Element I: 3 Übungen für die Beine, z. B. Beinpresse, Strecker, Beuger mit jeweils 1×15 Wiederholungen

Kick I: 3 Minuten Ergometer bei hoher Belastung, also im Entwicklungsbereich (EB) – bei mir HF >155

Element II: 3 Übungen für den Oberkörper, z. B. Brustpresse, Latissimus, Schultern mit jeweils 1×15 Wdh.

Kick II: 4 Minuten Crosstrainier im EB

Element III: 3 Übungen für Bauch+Rücken mit jeweils 1×15 Wdh.

Kick III: 5 Minuten Laufband im EB

Dieses Set sollte zügig absolviert werden und mit einer kurzen Pause (2-3 Minuten) ein bis zwei Mal komplett wiederholt. Die Gewichte für die Elemente-Übungen sollten so hoch sein, dass man die 15 Wiederholungen gut schafft und dabei im aeroben Bereich bleibt, also ruhig weiteratmen kann. Beim zweiten (und evtl. dritten) Durchgang darf das Gewicht reduziert werden – und muss es spätestens beim dritten wohl auch…

Wer lacht, hat noch Reserven!
Im Hintergrund steht die Idee die Kraft-Ausdauer zu trainieren, die drei kurzen Kicks setzen einen zusätzlichen Trainingsreiz und kurbeln die Verbrennung an. Zum Abschluss noch ordentlich alle Muskelgruppen dehnen. Und nicht zu Hause das glykämische Fenster mit Marzipan schließen – Sinn der Übungen soll ja sein, die Spuren der trägen Weihnachtszeit zu beseitigen.

Nach vier oder sechs Wochen mit zwei Trainingstagen ist dann schon ein guter Kurs eingeschlagen. Zusätzlich noch einen Tag Laufen, Radfahren oder – je nach geografischer Ausstattung des Wohnumfelds – ein Tag auf der Skipiste legen einen soliden Grundstein für die Alpenüberquerungen, Marathons oder das, was sonst noch in 2013 an Herausforderungen lockt.

McFit – einfach mehr zahlen

Klitschko angeschlagen Quelle: Bild.de, Foto: LAURA RAUCH

McFit-Klitschko angeeckt

Auch als ausgesprochener Fan des Elements Erde und dessen meteorologischen Auswüchsen bin ich immer wieder froh über ein im Warmen aufgestelltes Laufband oder Ergometer. Über die vielen großen und kleinen Hanteln, die McFit einem zum Spielen hingelegt hat, ganz zu schweigen. Und der Preis von 16,99 € pro Monat … HALT! Haben die nicht jetzt die Preise erhöht? Ja!

Vorweg: Auch 19,99 € sind noch vergleichsweise wenig dafür, dass ich 365 Mal im Jahr 24 Stunden/Tag  fast überall in Deutschland trainieren gehen kann. Eine USP (Unique Selling Proposition), die für Menschen wie mich, die zwischen Köln, München und sonstwo pendeln, schon einen gewissen Wert hat.

Wie kam es zu dieser Beitragserhöhung? 

Das große ABER kommt jetzt. Erst fragte McFit seine Mitglieder nach ihren Vorschlägen für Verbesserungen. Sehr nett, den Kunden so einzubinden. Die Klitschkos als Werbefigur wollten meine Meinung wissen …

Dann kommt ein netter Brief von McFit mit den ersten Ergebnissen der Befragung. Als regelmäßiger Besucher fallen mir da einige Dinge ein, die sicher die Mehrheit gutheißen würde (mehr Laufbänder, weniger Liegeräder, Trainer, die nicht nur mit ihren Kumpels quatschen). Doch die erste Neuerung war: Wir dürfen jetzt – statt für 50 Cent – umsonst, kostenlos und sogar gratis Duschen! Ach, und eben die Beitragserhöhung um 3 € – also 6x Duschen. Klar, wer zwei Mal die Woche oder öfter zum Training geht, kann jetzt jedes Mal die heimische Wasserrechnung entlasten – nur Duschen bei McFit, das tut so gut wie niemand.
Und dass jetzt in ausgewählten Studios sogenanntes “Erlebnistraining” (Powerplate, Spinning, Boxen – also das Übliche) angeboten wird, nutzt erstmal nur wenigen. Eine Erhöhung um 15% rechtfertigen Gratisdusche und in Aussicht gestellte Kurse noch nicht!

Konkludente Zustimmung am Drehkreuz

Der eigentlich dreiste Teil der Preiserhöhung ist aber die Art wie McFit diese einfädelt. Zwar bekommt jeder einen Brief, der Mitglieder informiert – samt der Möglichkeit Einspruch einzulegen. Am Eingang zum Fitnessstudio klebt aber am Drehkreuz ein kleiner gelber Aufkleber, der dem Sinn nach besagt: Wenn du jetzt ‘reingehst, stimmst du unseren geänderten AGB zu!
Und da McFit jeden, der seine Karte auf den Eingangsleser legt, in seinem System verzeichnet, ist ein späterer Widerspruch gegen die gestiegenen Preise witzlos. So etwas nennt man eine stillschweigende Willenserklärung oder – vollends juristisch – eine konkludente Zustimmung. Das ist zwar üblich (z.B. beim Besteigen des Bus’ stimme ich den Bedingungen der Verkehrsbetriebe zu), aber das blau-gelbe Unternehmen spekuliert darauf, dass die meisten Menschen schneller zum nächsten Training gehen als einen Brief an die Zentrale in 96132 Schlüsselfeld zu schreiben und so ihr Widerspruchsrecht verwirken.

BOSU-Bälle, aber keine Ordnung

Ja, auch ich bin in diese Falle getappt und kann mich nur halbherzig über die versprochenen “BOSU-Bälle”, 20kg-Hantelscheiben und den “ABCOASTER-Bauchtrainer” freuen. Immerhin waren die Preise seit meinem ersten Vertragsabschluss 2008 stabil…
Aber, McFit, erzähl mir nix über “deine Meinung zählt”! Am Ende bleibt mir das Gefühl, die Umfrage ist das Feigenblättchen hinter dem die Preiserhöhung versteckt wird. Ein Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt zudem, dass viele gute und kostenneutrale Vorschläge mit “nicht möglich” beschieden wurden, so die Bitte, für Ordnung im Studio notfalls mit Ermahnungen zu sorgen.

Schade.

Das Element Erde

Der Autor beim Alpencross 2012

Der Autor beim Alpencross 2012

Willkommen auf meinem Platz im Internet!

In Zukunft dreht es sich hier um das Element Erde. Aber keine Sorge wir betreten nicht die esoterischen, astrologischen Gefilde. Das Element Erde definiert den Raum, in dem ich mich thematisch und körperlich bewege: Mit dem Mountainbike im Gebirge, mit dem Rennrad auf der Landstraße, beim Lauftraining im Wald oder auf Schnee mit einem Board an den Füßen. Die Hauptsache ist, es bewegt sich etwas. Aber nicht im Wasser, nicht zu lange in der Luft, es ist eben Bewegung am Boden.

Auf Element Erde werde ich berichten über neue Technik und Gadgets, Training, Reisen und Spaß auf dem Rad oder zu Fuß. Am Rhein, in der Eifel, den Alpen oder wo es mich sonst noch hinzieht. Ihr könnt teilhaben an diesen meist sportlichen Erlebnissen in der Natur.

Zum Autor: Geboren 1977 in Viersen am flachen Niederrhein zog es mich schon früh in die Sandkästen und noch viel lieber in die dicke, braune Erde des heimischen Gartens. Mit ein wenig Anlaufschwierigkeiten lernte ich Radfahren: Der Grundstein für meine Passion, andere nennen es “Hobby”, schlicht die Bewegung auf zwei Rädern.
Mit einem neon-roten “Heidemann Marble Canyon” für 1000 DM begannen die Liebe für bessere Bikes schon im unschuldigen Alter von etwa 12 Jahren und die regelmäßigen Besuche der Süchtelner Höhen – ein etwa 60 Meter hoher Zug mit dichtem Wald.
Das Studium brachte mir zeitweilig sowohl einiges Wissen wie auch einige Kilo mehr. Doch wozu hatte ich den wunderbaren Münsteraner Aasee, wenn nicht zum Drumherumlaufen und so die überzähligen Röllchen auf der Strecke zu lassen?! Mit der Millenniumsgrenze  hatte sich ernster sportlicher Ehrgeiz eingestellt, und der Grevenbroicher Volkslauf (10km) bestätigte mir, dass ich mit gut 53 Minuten zumindest in die richtige Richtung lief.
Irgendwann viele Jahre, Bikes und Kilometer später zog ich nach München-Giesing. Mit den Alpen vor der Nase gab es kein Halten mehr. Die Räder wurden noch besser, die Ausfahrten länger, auch ein eigenes Snowboard erweiterte den Aktionsbereich so wie das sportliche Wandern auf den Hausbergen und zu fremden Gipfeln.
Heute lebe ich in Köln und München. In jüngster Zeit habe ich zwei Alpenüberquerungen (2010, 2012) mit dem Rad gemacht und meinen ersten Halbmarathon in Köln (2011, 2:38 h) gelaufen. Ich trainiere im Schnitt fünf Mal die Woche, je nach Ziel. Aktuell möchte ich am Tegernsee zu meinem zweiten Halbmarathon starten – mit besserer Zeit!

Meine aktuellen Sportgeräte:

Trekkingrad: Cube TOURING CC (2012)

Funbike: Cannondale BAD BOY 26 Disc (2010)

Rennrad: Simplon EXOS (2005)

Mountainbike 1: Scott GENIUS 20 (2009)

Mountainbike 2: Votec M6 light (2002)

Mountainbike 3: Centurion Backfire Light (2008)

Antikbike 1: Schauff Rennrad “Super de luxe Modell ’72” (im Aufbau)

Antikbike 2: Vitus 979 in schwarz (~1985)

Bilder von meinen “Liebsten” findet ihr im Bereich Fotoalbum.