Transeifel 2013 – mit dem Rad von Düren nach Trier

Naturpark Eifel: hier am Rursee mit Bike und Gepäck

Naturpark Eifel: hier am Rursee mit Bike und Gepäck

Was als Frühlingsauftakt geplant war, ist dann doch eher zu einer grimmen Winterrunde geworden: Meine Tour d’Eifel! In vier Etappen sollte die Eifel von Düren nach Trier mit dem Rad durchquert werden. Mir war klar, dass es wohl bei der derzeitigen Wetterlage keine kurze Hose im Gepäck brauchte. Aber, dass ich sogar akuten Schneefall und – was noch beschwerlicher war – 15cm fluffigen Schnee auf der Weg hatte, hatte ich mir nicht gewünscht. Doch der Reihe nach:

26.3. – Etappe I – Düren nach Monschau; 73 Kilometer (km), 1000 Höhenmeter (hm)

Als glühender Anhänger der selbsterfüllenden Prophezeiungen hatte ich schon in meinem Vorbericht geschrieben, dass ich als Ersatz analoge, oldschoolige, wasserfeste Karten aus Papier mitnehme. In strahlendem Sonnenschein geht es um 10:15 Uhr am Dürener Bahnhof los. Was fehlt, ist die geplante Route auf dem Display meines Dakota 20-GPS. Dabei hatte ich deren Existenz noch am Vorabend überprüft. Nicht lang gefackelt: Navi als aktuelle Lagebestimmung genutzt und den Weg mittels der schönen KOMPASS-Radwanderkarten gelesen. Wir hatten ja früher auch nix…!

Naturpark Eifel: auf den Spuren des Luchs

Naturpark Eifel: auf den Spuren des Luchs

Sehr entspannt rollt es auf meist bretthart gefrorenen Wegen an der kleinen Rur entlang. Nach einer Kehre stehe ich vor einem kleinen Infocenter, das mir den Beginn des Naturparks Eifel erklärt. Viele Tiere sollen meinen Weg kreuzen können – auch der Luchs, der sein Gesicht für das Symbol hergab, das meinen heutigen Weg markiert. Über Nideggen geht es – der Höhenmeter wegen – über Schmidt nach Heimbach an der großen Rurtalsperre, die ich am Südufer umfahre. Am Ende, wo sich der Obersee anschließt, wartet das kleine Dörfchen Einruhr. Von dort geht es dann in deutlich engeren Tälern mit Schneeflecken weiter bis am Ende eine 9%-Steigung nach Monschau führt. Mit Einfahrt in Monschau zeigte der Höhenmesser 1.000, was wohl ziemlich okay für einen ersten Tag ist. Ich freue mich auf eine warme Dusche und Essen.

In Monschau gibt's Fachwerk, Hotels und gutes Bier - aber kaum Menschen

In Monschau gibt’s Fachwerk, Hotels und gutes Bier – aber kaum Menschen

Mein Domizil soll das schmucke Hotel Garni Royal sein, mitten im Ort. Während bei meiner Ankunft gegen vier Uhr noch einige Menschen durch das malerische Dorf tingeln, sieht die Welt um 19 Uhr schon anders aus: Von den zahllosen Restaurants und Cafés haben nur noch eine Handvoll geöffnet, wenige zeigen Publikum und nur Hotel / Restaurant Horchem hat lokales Bier! Rein und genossen! Was hier, in der Bar Alt Montjoie, am Morgen in meinem Hotel und in den kommenden Tagen auffällt, sind die vielen angestellten Gastro-Frauen mit einem osteuropäisch rollenden “R”. Nach dieser recht langen Etappe sollte der nächste Tag eher entspannt werden – dachte ich.

27.3. – Etappe II – Monschau – Kronenburg; 57 km, 820 hm

Nach Monschau geht es heute hoch auf die derzeit sehr windigen Hochflächen der Eifel; immer entlang der belgischen Grenze. Der Start am Morgen ist gut, die Beine machen prima mit und der Kopf freut sich auf unentdeckte Pfade – immer noch ohne eine GPS-Route, aber mit einem annähernd gleichen Weg auf den Karten. Zunächst steige ich schnell nach Kalterherberg, wo der Name Programm ist: Es ist sehr kalt, Schnee liegt hier überall herum. Hinter dem Ort stürze ich mich in die Täler und muss schnell eines feststellen: Hier ist noch Winter!

Winter vorm Lenker

Winter vorm Lenker

Es liegt teilweise knöcheltief weicher, pulvriger und noch jungfräulicher Schnee. Gefreut hätte mich das in den Alpen mit einem Snowboard unterm Arm – stattdessen schiebe ich jetzt mein Rad, weil das weiße Zeug wie Sand rutscht und unglaublich an den Kräften zehrt. Über eine Stunde wandere ich, bis ich wieder eine geräumte Straße erreiche. Immer begleitet von dumpfen Grollen regelmäßiger Explosionen. Der Truppenübungsplatz Elsenborn auf belgischer Seite grüßt martialisch.

Die schöne Oleftalsperre umfahre ich wegen des Schnees und mache kurz Halt in Hellenthal. Auch hier rollt das “R” der Bäckerin. Nach einer recht langen 6%-Steigung nach Udenbreth geht es dann nach Kronenburg am (fast komplett zugefrorenen) Stausee. Das Gasthaus Anno 1826 hat heute Flammkuchen-Abend und schöne, kleine und vor allem warme Zimmer. Aber vor allem bevölkert der wohl lustigste Beerdigungskaffee, den ich erlebt habe, das gesamte Restaurant. Noch um 22 Uhr sitzen mehr als 20 Leute zusammen, trinken, lachen und gedenken sicher nicht nur dem oder der Toten.


28.3. – Etappe III – Kronenburg – Biersdorf am See; 70 km, 760 hm

Der Abend hatte es angekündigt, heute ist die Sonne nicht mehr mit von der Partie und es ist gefühlt noch kälter. Dafür werde ich heute auf die Reste meiner GPS-Route stoßen: Ab Waxweiler erscheint wieder der gewohnt markierte Pfad auf der Darstellung und ich bin gespannt, ob es dann rundgeht. Zunächst aber geht es durch das recht enge und sehr idyllische Wirftal und über einige Kuppen mit zahllosen Windrädern in Richtung Prüm. In dem kleinen Ort mit schöner rosa Kirche steht dann auch der erste DM-Markt – Zahnpasta ist leer und das für diese Saison noch recht jungfräuliche Sitzfleisch zeigt erste Schwächen; Wundcreme soll Linderung schaffen. Leider trübt nun das Wetter ein und der Wind frischt auf.


Ab Prüm geht es entlang einer stillgelegte Bahntrasse, die sich jetzt als ausgebauter Radweg durch die Täler schlängelt. Hier mache ich erst mal ein paar schnelle Kilometer bis Waxweiler, das mich mit hauchzarten Schneeflocken empfängt. Abgesehen von der vorweihnachtlichen Stimmung im Wald, findet mein Dakota endlich die Route wieder! Und so nimmt der Weg eine Kehre und verschwindet alsbald auf einer stillen Straße oberhalb der Prüm, die zu einem engen Forstweg wird und endlich in einen Trail mündet, der so auch am Gardasee sein könnte! Den Eindruck stört allenfalls der nun rege fallende Schnee.
In Mauel erwartet mich ein kleiner Schock: Die einzige Brücke seit etlichen Kilometern ist gesperrt wegen Bauarbeiten… mit Dreck besprenkelt und im Schneetreiben stehend haben die Arbeiter aber Mitleid und lassen mich durch Baugeräte und Rot-Weiß-Band steigen.

Eis - ein treuer Begleiter auf der Tour

Eis – ein treuer Begleiter auf der Tour

Nach einem launigem Abstieg und hinter einem Hügelausläufer weitet sich die Prüm zu einer kleinen Staustufe, dahinter liegt der Bitburger Stausee samt meinem Hotel Berghof. Ein großes Zimmer und eine große Dusche erwarten den müden und sehr schmutzigen Reiter. Leider läuft auch hier der Übernachtungsbetrieb in der Woche vor Ostern offenbar auf absoluter Sparflamme. Somit ist das Essen – und ich habe keine hohen Ansprüche, wenn ich den ganzen Tag nur Wasser und Körnerriegel esse – wirklich auf miesem Autobahnraststättenniveau und der Obstsalat aus der Dose zum Nachtisch gährt tatsächlich schon! Bäh! Zu allem Übel schneit es jetzt in dicken wattigen Flocken.

29.3. – Etappe IV – Biersdorf – Trier; 73 km, 490 hm

Oh Tannenbaum und Fröhliche … es hat schöne 10cm geschneit (s. Datum – WTF?!). Der Weg ist allerdings ab Biersdorf wieder asphaltiert und ich hinterlasse schnittige Spuren im Weiß. Entspannt schlängelt, steigt und fällt der Weg vorbei an Ortschaften mit belustigenden Namen wie Oberbillig, Igel oder Irrel. Irgendwann schmiegt sich die Strecke – vermutlich wieder einer alten Bahnstrecke folgend – an den Fluss Sauer. Er ist wesentlich breiter und von wunderlich grüner Farbe, zudem die natürliche Grenze zu Luxembourg. Man erlebt das ländliche Ambiente der Eifel am schönsten, wenn z.B. mitten im Dorf Gänse den Weg kreuzen.

Achtung: Name!

Achtung: Name!

Nach weiteren Kilometern macht die GPS-Route einen scharfen Knick in die Hügel. Der Entfernung nach sicher der kürzere Weg nach Trier, aber tatsächlich setzen mir die vorherigen drei Tage, die feuchte Kälte allmählich zu und ich entscheide mich für den flachen, aber längeren Weg an der Sauer entlang. Bei Ralingen dann treffe ich wieder auf meine Route und rolle in – ACHTUNG: NAME! – Wasserbilligerbrück ein, wo die Sauer ziemlich im rechten Winkel in die Mosel fließt. Von hier sind es noch 20km bis Trier, immer längs der Mosel, deren Tal immer breiter und öder wird, immer mehr Gegenwind aufbietet und es gefühlt immer kälter werden lässt. Das Elementerde meint es auf dem letzten Stück nicht sehr gut mit mir …

Aber dann wölbt sich die rotbraune Brücke über die Mosel und leitet den stolzen Transeifler und den übrigen Verkehr in die Innenstadt. Ja, Mann! 273 Kilometer und 3070 Höhenmeter liegen hinter mir. Sonnenschein und Schneefall. Schöne Trails und öder Radweg. Wenn ich mir da nicht ein fürstliches Essen verdient habe! Das Restaurant Zur Glocke bietet urige Brauhausatmo und urige Brauprodukte (passenderweise Kraft-Bräu genannt); Trier typischen “Viezpudding” und einen feinen Zwetschgenbrand, dessen Stammhaus ich zuvor auf dem Weg gesehen hatte.

 

 

Roundup:

Diese Transeifel war nicht nur eine schöne, kalte Tour zum Saisonauftakt, sondern auch in gewisser Weise ein Experiment. Schließlich hatte ich bislang mehrtägige Touren nur in Begleitung meiner Freunde gemacht. Was natürlich einen erheblichen Einfluss auf Motivation und Belustigung hat, aber eben auch auf Tempo, Stimmung und Orga. So war ich jetzt völlig auf mich gestellt, an harten Anstiegen und im kalt-nassen Start am Morgen. Was das angeht, ist für mich persönlich die Strecke und das Tagesziel Motivation genug – lustiger ist es mit vielen natürlich schon!

Every day is a winding road ...

Every day is a winding road …

Ich habe diesen Eifelcross auch ein Stück weit als Selbstfindung gemacht und bewusst die Herausforderung dieser Solo-Aktion auskosten wollen. Was mir etwa nach dem dritten Tag auffällt, ist ein verändertes Zeitempfinden. Einerseits scheint der erste Tag mindestens eine Woche her zu sein – ich kann beispielsweise nicht auf Anhieb sagen, welche Orte auf der Strecke lagen. Andererseits vergehen Stunden im Sattel, ohne es zu bemerken. Die Konzentration auf Atem, Beine, Weg und die neue Landschaft, lässt den Tag unbemerkt vergehen. Am Ende der Tour d’Eifel stellt sich dann bei mir eine tiefe innere Ruhe und Ausgeglichenheit ein – genau mein Ziel für diese Solo-Tour.

Rein körperlich lässt sich noch festhalten: Während die Beine nach knapp drei Monaten vermehrten Trainings (Ausdauer und Kraft) schon eine ordentliche Konstitution haben, fehlt mir noch das Sitzfleisch und der Hintern ist nach vier Tagen im Sattel froh über weiche Polstermöbel. Und nach Ostern starte ich – ganz ohne Rad – zum echten Tour d’Eiffel – in Paris und mit zwei „F“.

Die Tour d’Eifel

Biken mit GPS + Karte

Biken mit GPS + Karte

Oh la la! wird sich der frankophile aber nicht ganz so -phone Leser denken: “Der feine Herr macht sich in den Osterferien auf, um den Tour d’Eifell, den Eiffelturm zu besteigen. Mal was anderes, nicht immer nur Berge und Schnee. Stadt der Liebe, les éclairs, savoire vivre …”

Quatsch! Mein schmutziger Plan: 270 km mit dem Rad in 4 oder 5 Etappen von Düren nach Trier, von der Eifel über die Schneifel bis ins beginnende Hunsrück. Nur ich und das Scott Genius, nur ein Rucksack und etwa 3800 Höhenmeter – eine Transeifel, ein Eifelcross oder eben die Tour d’Eifel.

Zum Saisonstart hart ran

Der Frühling lässt auf sich warten, daher muss ein Zeichen gesetzt werden. Egal, wie das Wetter wird, zumindest ist das noch mein fester Wille, reite ich die Strecke ab. Start ist Dienstag früh in Düren, dann an der Rurtalsperre vorbei nach Monschau, wo schon mein erstes Nachtlager ist – nach 70km. Dann geht es weiter über Dahlem-Kronenburg, Biersdorf am See, wo ich jeweils übernachte. Die letzte Etappe halte ich mir noch offen: Entweder fahre ich in einem durch nach Trier (65km) oder unterbreche für Wein, Wurst und Gesang nach 30km im luxemburgischen Echternach. Alles in allem kein gemütlicher Saisonstart. Die letzten Jahre hatte es sich eingebürgert, dass drei Freunde und ich die ersten ausgedehnten Runden auf den Lago Trails hinlegten. Aber dieses Jahr fällt der Lago di Garda aus wegen is’ nich’, also geht es in die Eifel.

GPS und Karte – aus Erfahrung

Die Route stammt aus dem unfassbaren Fundus der gpsies.com, verläuft ursprünglich von Trier nach Düren, aber gleicht sich in der Routenführung in etwa den dort geposteten Einzeletappen in die “richtige” Richtung. Der Track ist eine Aufzeichnung, d.h. wir sehen die tatsächlich gefahrene Route des Autors “Loxi”. Folglich musste sie noch ein wenig geputzt werden, kleine Verfahrer, Abstecher in die Kneipe oder ins Hotel herausgelöscht werden. Wobei “Löschen” ein gutes Stichwort ist. Bei der Alpenüberquerung vergangenes Jahr haben wir die wundervolle Entdeckung gemacht, dass am ersten Tag die von dort an benötigten Kartenteile vom Dakota 20 GPS verschwunden waren…
Daraus gelernt habe ich, dass ich nun entsprechendes Kartenmaterial in wasserfester Ausgabe zusätzlich mitnehme. Kein Mensch möchte zwischen “Gondenbrett” und dem “Forsthaus Schneifel” ohne Orientierung sein – und bleiben.

Mein Schatz ... mein Scott GENIUS 20

Mein Schatz … mein Scott GENIUS 20

Die Kette gereinigt, die Bremsbeläge erneuert und lachhaften 250 Trainingskilometern in den Beinen werde ich mich also am Dienstag in ein weiteres Bikeabenteuer stürzen. Zum ersten Mal allein, zum ersten Mal in der Eifel. Über meine Bewegung am Boden lest ihr dann im Anschluss. Via Twitter wird euch @elementerde Updates zu Position und Konstitution geben.

Rock’n’Roll!

Goldener Herbst – schön zum Schauen

Das vergangene Wochenende in Zahlen: 20./21.10., 23-17° C, Sonnenuntergang ~18:33 Uhr, 81 km, 1200 hm. Oder kurz gesagt, was für ein wunderschönes Wochenende für zwei Trips mit dem Rad!

Samstag, 20. Okt.: Harte Arbeit im Bergischen Land rund um Lindlar.

Von den Ausgangswerten eine normale Etappe eines Alpencross’, der Mountainbikerundkurs um Lindlar. 65 km lang und 1300 hm schwer sollte das eine feine Tour durch das herbstlich rot-orange-braun gefärbte Bergische sein. Kurze Anreise mit dem Auto aus Köln nach Hohkeppel, ein Dörflein mit Kirche und praktischem Wanderparkplatz in seiner Mitte. Von dort geht es auf ab und an asphaltierten Wegen, zumeist aber über festen Schotter und – auch immer wieder – über richtig schöne Trails; teils quer über Weiden, am Waldrand oder mitten durch den Wald. Und schon nach ein paar Kilometern revidiere ich meinen vormaligen Eindruck der Gegend (“alles grün mit immer gleichen Hügeln”) und stelle fest: Die Tour könnte auch so im Allgäu sein! Teils kräftige Steigungen auf losem Geschotter, unbefestigte Trails mit ordentlichem Gefälle und immer wieder schöne Ausblicke auf die Landschaft. Ich bin vom Start weg begeistert – wieder einmal dank einer auf gpsies.com heruntergeladenen Tour für das GPS-Navi Dakota 20.

Tatsächlich kann man aber eine Alpencrossetappe auch nicht fahren, wenn man sich erst um 15 Uhr auf den Sattel setzt. Das wird mir nach etwa der Hälfte der Tour bewusst, als ich Schloss Gimborn – eine schöne, im Tal gelegene Burg – im Sonnenuntergang zu sehen bekomme. Dank Satelliten gestützter Routenführung muss ich nun kreativ werden – und die Route abkürzen. Das ist zwar über die Straße möglich, erspart mir aber an dem Punkt, an dem ich derzeit stehe (ca. KM 22 von 61), nur etwa 15 km und etwa 200 hm. Besser als nix, ich richte mich also auf dunkle Stunden ein, ohne Stirnlampe. Ein Fehler, den man als alpinerfahrener Radler auch nicht im Bergischen Land machen sollte.  Der Mond, heute irgendwie distanziert zu mir, hilft im Wald auch nicht so recht weiter. Also geht es mit aufgerissenen Augen weiter bis ich die ersten Lichter von Hohkeppel sehen kann und mein Auto mich wieder aufnimmt. Es steht nicht gern in fremden Dörfern im Dunkeln herum…

Am Ende zeigt das Dakota-Navi 52 gefahrene Kilometer, 1100 hm und … 19:12 Uhr an. Eine geile Tour war’s allemal, die ich gern noch einmal fahren werde, dann aber bei Licht. Mein Prädikat “wertvoll” hat sie: MTB Lindlar. Danke an “Spiridon1964″, der die Tour hochgeladen hat.

Sonntag, 21. Okt.: Laues Lüftchen am Rhein – und schon wieder Dunkel

Kurz noch zum Wochenendabschluss. Um meine Beine ein wenig zu regenerieren nach der doch sportlichen Tour am Samstag, drehe ich noch eine Runde am Rhein entlang: Von Kalk zur Mülheimer Brücke, Richtung Norden bis Höhe Stammheimer Schlosspark, dann zurück am Rhein bis hinter die – ich nenne es mal “Westhovener Heide”. Da, wo man nicht durchfahren darf, weil die Armeen der letzten 1000 Jahre ihre Munition, Waffen und Bierdosen hinterlassen haben (sollen) – Achtung, Lebensgefahr?!  Am dortigen Wendepunkt geht dann auch wieder die Sonne unter, was aber dieses Mal weniger tragisch als arkadisch pittoresk war. Den Rückweg nach Kalk finde ich auch mit Schweißerbrille im Nebel. Die kleine Collage unten entstand zu besagtem Zeitpunkt des Sonnenlichtverlassenwerdens. Ein gutes Wochenende mit genügend Bewegung am Boden!

Kloster Schäftlarn und zurück

Nach einer GPS geführten Tour am vergangenen Wochenende in den Urwäldern von Ratingen, habe ich mich gestern ganz ohne Fun-Gadget auf die Isartrails begeben. Von München-Giesing nach Kloster Schäftlarn – immer auf der Suche nach den abwechslungsreichsten Wegen, immer im Versuch, den Naturschutz zu beachten! Was leider nicht immer gelingt, da manch ein Trail breit und offenbar als Weg beginnt, um dann als Pfädchen im naturnahen Grün zu enden. Die Diskussion, die sich um das Befahren der kleinen Pfade an den Hochufern der Isar dreht, gibt eine sehr schlaue und regsame Facebookgruppe wieder. Und Pro Isartrail Biking vertritt die Interessen der Biker, unsere Interessen gegenüber den teilweise absurden Einwänden der Politik, die das Verbot von Bikern am Fluss fordert.

Bilder von meiner Tour zum Kloster Schäftlarn.

Im Uhrzeigersinn: Reine Natur kurz vor Höhenschäftlarn, Blumen am Isarstrand, Abenteuerbrücke durchs Feuchtgebiet, Georgenstein, Kloster Schäftlarn, Schmutz am Bein nach viel Regen; großes Bild: Flußbiegung am Georgenstein

Meine Tour betrug 45 km und ca. 630 hm. Sie führte am Ostufer bis zur Grünwalder Brücke, dort auf die Westseite, an den Kletterwänden vorbei, den Schildern nach Kloster Schäftlarn folgend.

Begonnen habe ich bei schönstem Sonnenschein, der aber pünktlich zur Mittagspause im Klosterbräustüberl durch einen anhaltenden Regen ersetzt wurde. Mensch und Maschine in vollem Einsatz – kein Biker bei so guter Stimmung im strömenden Regen wie ich.

Am Ende viel Dreck überall, es knirschte zwischen den Zähnen. Aber ich bin in meinem Element Erde – Bewegung am Boden.