Vier-Täler-Tour – mit GPS auf den Trails der Einheimischen

Nach dem Start meines Blogs kommen wir nun also zum ersten Bericht. Seit gut anderthalb Jahren besitze ich eine GPS-Navigation für’s Rad. Abgesehen von kleinen und einem schmerzhaft großen Aussetzer auf dem vergangenen Alpencross, bin ich absoluter Fan meines Garmin Dakota 20: verhältnismäßig günstiger Anschaffungspreis, einfache Bedienung, mit kräftigen Akkus ewig unterwegs und unsagbar praktisch. Bestückt wird das Gerät mit kostenlos downloadbaren Karten von Openmtbmap.org (bitte einmal spenden!) und schier endlos vielen, ebenfalls kostenlosen GPX-Tracks von diversen Seiten im Netz, beispielsweise von Gpsies.com oder Gps-tour.info. Hier stellen Menschen mit GPS-Geräten ihre Tracks, also ihre gespeicherten Routen, ins Netz, mitsamt Höhenprofil, Länge, Beschaffenheit etc. Und das nicht nur für Mountainbikes, sondern genauso für Rennräder, Inlineskates oder Wanderer – insgesamt 32 Auswahlkriterien. Perfekt also für Biker, die neue Wege im eigenen Umfeld ausprobieren wollen. Oder noch besser: Ich besuche einen mir fremden Ort und kann dort gleich die “geheimen” Trails der Einheimischen fahren, ohne mich auskennen zu müssen.
Am vergangenen Samstag haben ein Freund und ich genau das getan. Wir kannten beide noch nicht die Ecke südlich von Ratingen, die aber sehr schön hügelig ist. Wir folgten also der orangenen Linie …

Screenshot 4 Täler Tour

Darstellung der GPS-Tour “4 Täler” auf gps-tour.info

Mein Dakota zeigt mit einer lilafarbenen Linie einen Track auf der Karte an, den man so nachfahren kann. Unser Track, die “Kombitour 4 Täler rund um Grafenberg“, sollte etwa 50 km lang und mit über 1.000 Höhenmetern überraschend sportlich sein. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Hügel zwischen Ratingen, Mettmann und Düsseldorf ja kaum mehr als 150 Meter hoch sind.
Die Tour startet schon mit wunderbaren Singletrails, einigen Steigungen und genau dem, warum ich mein Dakota so schätze. Nach wenigen Kilometern fährt man auf das Zufahrtstor eines der vielen Gutshöfe zu und fragt sich, ob man nun gleich zu Gast bei den Reichen und Schönen des Düsseldorfer Speckgürtels sein darf. Tatsächlich führt der Weg entlang des Grundstücks und man taucht ein in das erste Tal. Auf schmalen Pfaden, links neben einem Bach fährt man Strecken, die wahrscheinlich nur Menschen kennen, die dort in der Nähe wohnen. Später, vorbei an einem Gehege für Rotwild, einigen Pferdekoppeln, kreuzt man auch diverse Golfanlagen. Nach den naturnahen Trails waren sowohl wir als auch die Caddy schiebenden Ladies erstaunt, aufeinander zu treffen. Erwähnenswert sind ebenso die vielen Gutshöfe, an denen man vorbeikommt. Oft wunderschön renovierte Fachwerk- oder Backsteinbauten, die sich in den engen Falten der vier Täler verstecken.
Am südlichsten Punkt der Tour, in Düsseldorf-Gerresheim, öffnet sich auf einer Anhöhe ein ganz anderer Blick über die ganze Stadt. Wir konnten von der Rheinbrücke in Flingern, über den Fernsehturm bis zu den Kohlekraftwerken im Westen sehen. Für uns Kinder der Region dann doch irgendwie eine eindrucksvolle Rundumsicht. Anschließend macht der Track noch einige Windungen durch den D’dorfer Stadtwald, die wir aber aus Zeitmangel auslassen (müssen). Und hier zeigt sich gleich der nächste Vorteil, den ein solches GPS-Gerät hat: Durch die Orientierung am vorgegebenen Track und der unterlegten Karte, sind selbstgewählte Abkürzungen oder auch Umwege leicht möglich. Ich kann mir einfach einen anderen Weg suchen und so etwa eine zusätzliche Wegschleife sparen oder diese gerade einlegen. Die von mir benutzten Karten zeigen wirklich fast jeden Trampelpfad und sind – wenn man sie ab und an neu herunterlädt – immer auf dem neuesten Stand. Das ist der große Vorteil einer Opensource basierten Karte gegenüber den gekauften, etwa von Kompass oder MagicMaps.
Am Ende hatten wir gut 900 Höhenmeter abgerissen und mal wieder einen völlig neuen Einblick in den eigenen “Vorgarten” bekommen. Die nächste Tourempfehlung folgt – dann ziemlich wahrscheinlich aus Bayern! Servus also.